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Honorarberechnung
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Grundlohnsumme ergibt Fixum von 12,64 Euro

Die Finanzkommission Gesundheit hat zwar die zugesagte Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro auftragsgemäß eingepreist, schlägt jedoch Millioneneinsparungen über eine verschleppte Umsetzung vor. Dabei haben die Apotheken ihren Sparbeitrag längst geleistet, wie eine einfache Rechnung zeigt.
AutorAlexander Müller
Datum 01.04.2026  15:00 Uhr
Grundlohnsumme ergibt Fixum von 12,64 Euro

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte der von ihr eingesetzten Finanzkommission den Auftrag gegeben, die politisch gewollte Erhöhung des Packungsfixums von 8,35 auf 9,50 Euro bei den Einsparungen schon zu berücksichtigen.

Am Montag hat die Kommission ihre 66 Sparvorschläge vorgelegt. Nummer 1 gilt als Dogma für die Vergütungsanstiege in allen Bereichen: Obergrenze sollen tatsächliche Kostensteigerungen sein oder der Anstieg auf die Grundlohnrate (Veränderungsrate gemäß § 71 Absatz 3 SGB V) begrenzt werden. Zwischen 2027 und 2029 soll auf die Grundlohnrate ein zusätzlicher Abschlag von einem Prozentpunkt angewendet werden.

In Nummer 46 empfiehlt die Kommission, das Fixum der Apotheken schrittweise und auf Höhe der Grundlohnrate steigen zu lassen, bis es im Jahr 2031 den Wert von 9,50 Euro erreicht. Damit ergäbe sich für 2027 ein Fixum in Höhe von 8,65 Euro, die Kassen würden rund 600 Millionen Euro sparen. Bei kontinuierlich steigendem Fixum würde der Einspareffekt schrittweise abnehmen, bis zum Wert von rund 70 Millionen Euro im Jahr 2030.

Apotheken sparen knapp 16 Milliarden Euro

Man kann die Gleichbehandlung der Leistungserbringer aber auch anders rechnen. Schließlich haben die Apotheken – anders als andere Berufsgruppen – seit 2013 überhaupt keine Anpassung erfahren.

Nach der Systematik der Finanzkommission mit Anlehnung an die Grundlohnrate müsste das Fixum heute schon bei 12,64 Euro liegen. Aufgrund der ausgebliebenen Honoraranpassung seit 2013 haben die Apotheken also bereits einen Sparbeitrag in Höhe von 15,9 Milliarden Euro geleistet.

Man könnte sogar noch den Kassenabschlag dazuzählen. Dieser beträgt aktuell 1,77 Euro pro Packung und wurde in der Vergangenheit immer mal wieder angepasst. Zwischen 2013 und 2026 haben die Apotheken das System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach Berechnungen der ABDA mit ungefähr 13,2 Milliarden Euro zusätzlich entlastet.

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