Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grünen und CDU. / © Imago/IlluPics
Laut Hochrechnung um 19.13 Uhr liegen die Grünen knapp vor der CDU. Bündnis 90/Die Grünen kommt auf 31,3 Prozent, die CDU auf 29,7 Prozent. Auf Platz drei liegt die AfD mit 18,2 Prozent. Die SPD kommt auf 5,4 Prozent, FDP und Linke dürften den Einzug in den Landtag verpassen, kommen auf jeweils 4,3 Prozent.
FDP-Spitzenkandidat Hans‑Ulrich Rülke hatte angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen, falls die FDP den Wiedereinzug nicht schafft. Linken-Bundeschef Jan van Aken zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl. Die Linke habe das bislang beste Ergebnis in dem Bundesland geholt
Die CDU unter ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel verbesserte ihr schwaches Ergebnis aus dem Jahr 2021 (24,1 Prozent). Die deutlichen Zugewinne reichten jedoch nicht für einen klaren Wahlsieg, den die Union lange sicher glaubte. Am Ende holten die Grünen auf. Hagels mutmaßliche Niederlage dürfte in Berlin als Risiko gewertet werden. Gleichwohl fand CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lobende Worte; die CDU in Baden-Württemberg habe »stark zugelegt«.
Spitzenkandidat Cem Özdemir hat, wenn die Grünen stärkste Kraft bleiben, gute Chancen, den langjährigen grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann im Amt zu beerben. Entsprechend intensiv ist die Freude auch in Berlin. »Was für ein Start in dieses Superwahljahr«, sagte der Bundesvorsitzende Felix Banaszak. »Was für ein toller Tag für die Grünen.«
2011 hatten die Grünen erstmals in Deutschland die Führung eines Landes übernommen. Für eine Fortführung von Grün-Schwarz reicht es nach bisherigem Stand locker. Özdemir rief die CDU zu einer neuen Zusammenarbeit auf. Auf den Erfolgen der gemeinsamen Regierungsjahre solle man aufbauen, sagte er.
Für die SPD ist es ein historisch schlechtes Ergebnis in Baden-Württemberg. »Das ist ein sehr bitteres Wahlergebnis«, sagt SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. Die SPD sei in dem Zweikampf zwischen dem grünen und sozialdemokratischen Spitzenkandidaten »unter die Räder gekommen«. Spitzenkandidat Andreas Stoch zog nach den ersten Hochrechnungen Konsequenzen und kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an.
Die Wahl ist der erste große Stimmungstest im »Superwahljahr« 2026. Erstmals kam ein neues Wahlrecht zur Anwendung, das außer der Erststimme zusätzlich eine Zweitstimme für Landeslisten vorsieht. Zudem darf ab dem Alter von 16 Jahren gewählt werden.