Das Grippegeschehen weltweit wird genau beobachtet. Die Virusstämme in den Impfstoffen werden jährlich entsprechend angepasst. Die Produktion kann nun anlaufen. / © Imago/Sylvio Dittrich
Ende Februar hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Empfehlungen zur Zusammensetzung der saisonalen Grippeimpfstoffe für die Nordhalbkugel in der Saison 2026/2027 verkündet. Es bleibt bei trivalenten Impfstoffen mit jeweils einer Komponente gegen Influenza A H1N1, Influenza A H3N2 und Influenza B der Victoria-Linie. Die genauen Stämme unterscheiden sich jedoch komplett von der Vorsaison.
Für Ei-basierte Grippeimpfstoffe ergeben sich folgende Änderungen:
Für Zellkultur- sowie rekombinante Protein- oder Nukleinsäure-basierte Impfstoffe gilt:
Die Hersteller können nun mit der Produktion beginnen. Die Impfstoffbestellungen der Apotheken und Arztpraxen sollten mittlerweile eingegangen sein.
Die Zusammensetzungen der Zellkultur- und Ei-basierten Impfstoffe unterscheiden sich aus zwei Gründen, wie Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reise- und Tropenmedizin,vor Kurzem beim Forum Reisen und Gesundheit des CRM berichtete: Zum einen gingen im Hühnerei nicht alle Saatviren an, denn manche Saatviren, insbesondere H3N2-Stämme, töteten die Hühnerembryonen ab. So ließe sich kein Impfstoff produzieren.
Außerdem komme die sogenannte Ei-Adaptation zum Tragen. Dies bedeutet, dass die Saatviren im Hühnerei ihre Antigenität verändern, wodurch die Übereinstimmung von Impfstoffantigenen zu zirkulierenden Viren sinkt. Zellkulturimpfstoffe, die dieses Problem nicht haben, zeigten in Studien eine bessere Übereinstimmung von Impfantigenen zu den zirkulierenden H3N2-Stämmen. Warum und wie Grippeimpfstoffe weiterentwickelt werden, lesen Sie hier.