Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

WHO-Empfehlung
-
Grippeimpfstoffe 2026/2027 mit neuer Zusammensetzung

In den Grippeimpfstoffen der kommenden Saison werden alle drei Influenzavirusstämme ausgetauscht. Auch die Zusammensetzung zwischen Ei- und Zellkultur-basierten Impfstoffen unterscheidet sich leicht.
AutorKontaktPZ
Datum 11.03.2026  14:00 Uhr

Ende Februar hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Empfehlungen zur Zusammensetzung der saisonalen Grippeimpfstoffe für die Nordhalbkugel in der Saison 2026/2027 verkündet. Es bleibt bei trivalenten Impfstoffen mit jeweils einer Komponente gegen Influenza A H1N1, Influenza A H3N2 und Influenza B der Victoria-Linie. Die genauen Stämme unterscheiden sich jedoch komplett von der Vorsaison.

Für Ei-basierte Grippeimpfstoffe ergeben sich folgende Änderungen:

  • Statt A/Victoria/4897/2022 (H1N1)pdm09-like Virus soll ein A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-like Virus enthalten sein.
  • Von A/Croatia/10136RV/2023 (H3N2)-like Virus wird auf ein A/Darwin/1454/2025 (H3N2)-like Virus umgestellt.
  • Vom B/Austria/1359417/2021 (B/Victoria lineage)-like Virus wird auf ein B/Tokyo/EIS13-175/2025 (B/Victoria lineage)-like Virus gewechselt.

Für Zellkultur- sowie rekombinante Protein- oder Nukleinsäure-basierte Impfstoffe gilt:

  • Statt A/Wisconsin/67/2022 (H1N1)pdm09-like Virus soll wie bei den eibasierten Impfstoffen ein A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-like Virus enthalten sein.
  • Von A/District of Columbia/27/2023 (H3N2)-like Virus wird mit A/Darwin/1415/2025 (H3N2)-like Virus auf ein etwas anderes Virus als in den Ei-basierten Impfstoffen umgestellt.
  • Vom B/Austria/1359417/2021 (B/Victoria lineage)-like Virus wird zu B/Pennsylvania/14/2025 (B/Victoria lineage)-like Virus gewechselt.

Die Hersteller können nun mit der Produktion beginnen. Die Impfstoffbestellungen der Apotheken und Arztpraxen sollten mittlerweile eingegangen sein.

Wieso enthalten Ei-basierte Impfstoffe andere Antigene?

Die Zusammensetzungen der Zellkultur- und Ei-basierten Impfstoffe unterscheiden sich aus zwei Gründen, wie Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reise- und Tropenmedizin,vor Kurzem beim Forum Reisen und Gesundheit des CRM berichtete: Zum einen gingen im Hühnerei nicht alle Saatviren an, denn manche Saatviren, insbesondere H3N2-Stämme, töteten die Hühnerembryonen ab. So ließe sich kein Impfstoff produzieren.

Außerdem komme die sogenannte Ei-Adaptation zum Tragen. Dies bedeutet, dass die Saatviren im Hühnerei ihre Antigenität verändern, wodurch die Übereinstimmung von Impfstoffantigenen zu zirkulierenden Viren sinkt. Zellkulturimpfstoffe, die dieses Problem nicht haben, zeigten in Studien eine bessere Übereinstimmung von Impfantigenen zu den zirkulierenden H3N2-Stämmen. Warum und wie Grippeimpfstoffe weiterentwickelt werden, lesen Sie hier.

Mehr von Avoxa