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B-Zell-Lymphom
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Glofitamab im Handel

Mit Glofitamab ist zum August ein neuer Wirkstoff für Patienten mit einem bestimmten B-Zell-Lymphom auf den deutschen Markt gekommen. Eingesetzt werden darf der bispezifische Antikörper ab dem zweiten Rezidiv.
AutorKontaktKerstin A. Gräfe
Datum 05.09.2023  07:00 Uhr

Columvi® von Roche ist indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), die mindestens zwei vorangegangene systemische Therapien erhalten haben. Der in dem Präparat enthaltene bispezifische Antikörper Glofitamab bindet einerseits bivalent an CD20, das auf der Oberfläche von B-Zellen exprimiert wird. Andererseits dockt er monovalent an CD3 im T-Zell-Rezeptor-Komplex an, das auf der Oberfläche von T-Zellen exprimiert wird. Durch die gleichzeitige Bindung kommt es zur Bildung einer immunologischen Synapse mit nachfolgender T-Zell-Aktivierung und -Proliferation, Sekretion von Zytokinen und Freisetzung von zytolytischen Proteinen, was zur Lyse von CD20-exprimierenden B-Zellen führt.

Glofitamab wird intravenös verabreicht. Die Behandlung beginnt mit einer schrittweisen Dosissteigerung, die darauf abzielt, das Risiko eines Zytokin-Freisetzungssyndroms (CRS) zu minimieren. Jeder Therapiezyklus dauert 21 Tage und beinhaltet spezifische Dosierungsschritte.

An Tag 1 des ersten Zyklus werden die Patienten mit Obinutuzumab vorbehandelt, um die Zahl zirkulierender und lymphoider B-Zellen zu verringern. Eine Woche danach erfolgt dann die erste Infusion von Glofitamab mit einer Dosis von 2,5 mg. Die zweite Infusion ist an Tag 15 geplant. Sie erfolgt mit einer Dosis von 10 mg Wirkstoff. Die Glofitamab-Infusionen im ersten Zyklus werden jeweils über einen Zeitraum von vier Stunden infundiert.

Ab dem zweiten Zyklus wird jeweils am ersten Tag eines Zyklus Glofitamab in einer Dosierung von 30 mg über zwei Stunden infundiert. Bis zu zwölf Zyklen sind möglich. Während der gesamten Columvi-Infusionen und mindestens zehn Stunden nach Abschluss der ersten Infusion müssen die Patienten überwacht werden.

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