| Johanna Hauser |
| 16.02.2026 12:00 Uhr |
Weder bei Patienten mit Demenz noch mit MCI fanden die Autoren Hinweise auf ein erhöhtes Risiko schwerer unerwünschter Ereignisse durch Ginkgo (relatives Risiko 0,88 beziehungsweise 0,95). Ebenso verursachte Ginkgo in beiden Indikationen wahrscheinlich nicht mehr unerwünschte Ereignisse als Placebo (RR 0,95 beziehungsweise 0,98).
Auch wenn die Ergebnisse geringe bis mäßige Vorteile andeuten, weisen die Autoren darauf hin, dass es schwierig sei, eine eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen, da einzelne Studien zu unterschiedlichen Einschätzungen hinsichtlich des Nutzens gelangt seien. Daher stuft das Team die Evidenzsicherheit insgesamt als niedrig ein.
Da in einem Großteil der Studien der von Schwabe entwickelte Spezialextrakt getestet wurde, beurteilt der Tebonin-Hersteller das Outcome des Reviews grundsätzlich positiv. Hinsichtlich der Einschätzung zur Wirksamkeit bei MCI weist Schwabe allerdings darauf hin, dass die zur Bewertung verwendeten Skalen nicht sensitiv genug seien, um leichte kognitive Einschränkungen zu erfassen. Auch seien Studien mit positiven Wirksamkeitsergebnissen bei MCI-Patienten nicht berücksichtigt worden.