| Melanie Höhn |
| 17.02.2026 17:00 Uhr |
KI wird laut der Erhebung bereits erfolgreich in Diagnostik, Früherkennung, Forschung, Arzneimittelentwicklung und Prozessoptimierung eingesetzt. Krankenhäuser und Pharmaunternehmen würden datenbasierte Analysen, »digitale Zwillinge« und Automatisierung nutzen, um Effizienz und Qualität zu steigern. Dennoch bleibe die Akzeptanz auf dem Arbeitsmarkt eine zentrale Herausforderung. Viele Beschäftigte würden sich unzureichend vorbereitet fühlen, insbesondere im Umgang mit neuen Technologien.
Gleichzeitig betonten die befragten Arbeitgeber, dass ethisches Urteilsvermögen, Patientenorientierung und Kommunikationsfähigkeit zu den am schwierigsten automatisierbaren Kompetenzen zählen. Diese Fähigkeiten würden jedoch gerade in den pflegerischen Berufen zählen. Die Branche stehe damit vor einem Balanceakt: technologische Innovation vorantreiben und zugleich menschliche Fähigkeiten gezielt stärken.
Neben KI rücke auch die strategische Personalplanung in den Fokus. Steigende Kosten, geopolitische Unsicherheiten und der sogenannte »Patent Cliff« (Umsatzrückgang nach Ablauf des Patentschutzes für Blockbuster-Produkte) in der Pharmaindustrie erhöhe den Druck zusätzlich. Hier gehe es um Milliardenumsätze und Veränderungen in der Wertschöpfungskette. Viele Unternehmen würden mit zurückhaltender Einstellungspolitik reagieren, was den Fachkräftemangel langfristig weiter verschärfen könnte, so die Autoren des Reports.
»Wer heute ausschließlich auf Kostensenkung setzt, riskiert morgen Versorgungsengpässe und Innovationsverluste. Entscheidend ist eine vorausschauende Workforce-Strategie: mit gezieltem Upskilling, internationalem Recruiting und dem intelligenten Einsatz externer Fachkräfte«, resümiert Manager Iwona Janas.
Der Report empfiehlt unter anderem gezielte Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme für KI- und Digital-Kompetenzen, den Ausbau internationaler Talentpools, stärkere Mitarbeitendenbindung, insbesondere erfahrener Fachkräfte.
Die generelle Beschäftigungs- und Arbeitsmarktumfrage der Manpowergroup befragt regelmäßig rund 39.000 Unternehmen in über 40 Ländern. Dieses Instrument fließt auch in Branchenreports ein und liefert Basisdaten.