Starke Ausgabenzuwächse hat es auch bei den Arzneimitteln gegeben. Unter anderem durch das Auslaufen des für 2023 einmalig angehobenen Herstellerrabatts für erstattungsfähige Arzneimittel stiegen laut Destatis die Ausgaben im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Milliarden Euro beziehungsweise 9,3 Prozent auf 85,1 Milliarden Euro.
Mit 135,9 Milliarden Euro oder 25,3 Prozent hätten die pflegerischen Leistungen, zu der unter anderem die ambulant und stationär geleistete Grund-, Behandlungs- und Intensivpflege zählen, die größte Ausgabenposition gebildet. Mit einem Anstieg von 14,2 Milliarden Euro beziehungsweise 11,6 Prozent sei die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr am größten gewesen. Grund hierfür seien insbesondere die gestiegenen Pflegepersonalkosten im stationären Bereich sowie die Pflegegeldzahlungen in der häuslichen Pflege.
Gegenüber 2023 verzeichnete die soziale Pflegeversicherung im Vergleich aller Ausgabenträger den stärksten Anstieg von 11,3 Prozent oder 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. Dieser sei insbesondere auf die weiter steigenden Kosten im Zusammenhang mit Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowie die Leistungszuschläge für vollstationäre Eigenanteile nach § 43c SGB XI zurückzuführen. Der Anteil der sozialen Pflegeversicherung an den Gesundheitsausgaben entsprach demnach 12,0 Prozent.
Mit einem Ausgabenanteil von 55,9 Prozent ist die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) laut Destatis auch im Jahr 2024 der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen gewesen. Ihre Ausgaben beliefen demnach auf 300,8 Milliarden Euro und lagen somit 7,8 Prozent oder 21,7 Milliarden Euro über denen des Jahres 2023. Empfehlungen zur Eindämmung der Kosten hatte am Montag die Finanzkommission Gesundheit vorgestellt.
Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck bildeten 2024 mit Gesundheitsausgaben in Höhe von 65 Milliarden Euro oder 12,1 Prozent den zweitgrößten Ausgabenträger. Im Vorjahresvergleich wiesen sie laut Destatis einen Ausgabenanstieg von 5,4 Prozent oder 3,3 Milliarden Euro auf.
Die Ausgaben der Privaten Krankenversicherung (PKV) stiegen demnach um 9,7 Prozent oder 3,9 Milliarden Euro auf 44,8 Milliarden Euro. Auf sie entfielen 8,3 Prozent der Gesundheitsausgaben.