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Heilberufe warnen
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»Gesundheit in Gefahr«

Ist unsere Versorgung in Gefahr? Eigentlich hatte die Interessengemeinschaft der Heilberufe in Schleswig-Holstein unter dieser Fragestellung zu ihrem parlamentarischen Abend in Kiel eingeladen. Die Antworten waren jedoch recht eindeutig, vor allem im Apothekenbereich. Das sieht auch Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken so.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 27.09.2024  16:06 Uhr

Die fünf Heilberufegruppen gaben jeweils nur ein kurzes Statement zu ihren aktuell drängendsten Themen ab, die sich doch überall gleichen: Fachkräftemangel, Bürokratie und Bedrohung der Freiberuflichkeit beschäftigen Apotheker, Humanmediziner, Tier- und Zahnärzte sowie Psychotherapeuten gleichermaßen. Auch in der Kritik am Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) waren sich alle einig – auch wenn Moderator Dirk Schnack vom »Deutschen Ärzteblatt« daran erinnerte, dass der aktuelle Minister damit in bester Tradition seiner Vorgänger und Vorgängerinnen seit Horst Seehofer stehe.

Für die Apotheken kann man jedoch schon konstatieren: So schlecht wie aktuell war die Lage noch nie. »Die mangelnde Dialogbereitschaft und das Festhalten an kruden Ideen wie Apotheken ohne Apotheker wird zu einer dramatischen Verschlechterung der Versorgung führen, sodass neben den Apotheken die Patienten die wirklich Leidtragenden dieser Reformpläne sein werden«, so Hans-Günter Lund, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbands Schleswig-Holstein, stellvertretend für Verband und Apothekerkammer.

Das sieht auch Schleswig-Holsteins Ministerin für Justiz und Gesundheit, Kerstin von der Decken (CDU), so. In ihrer ausführlichen Rede ging sie auf verschiedene Probleme ein. Dabei machen ihr die Apotheken besonders große Sorgen. Während es fünf Jahre zuvor noch knapp 650 Apotheken waren, liegt das nördlichste Bundesland mittlerweile nur noch bei 575 und weitere Schließungen seien bereits angekündigt.

»Wir wissen alle«, so die Ministerin, »dass sich ihr Honorar in den vergangenen 20 Jahren nur einmal 2013 um 25 Cent pro Packung erhöht hat.« Die Lage habe sich durch die Belastung im GKV-Stabilisierungs-Gesetz und dem Skonto-Urteil des Bundesgerichtshofs weiter verschärft. Alle Betriebe sähen sich mit massiven Schwierigkeiten konfrontiert, jede spüre mittlerweile Existenzangst. »Hier müssen wir eingreifen. Die Versorgung darf nicht weiter ausdünnen.«

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