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Chorea Huntington
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Gentherapie bremst Fortschreiten der Erkrankung

Die Huntington-Krankheit ist eine schwere, unheilbare neurodegenerative Erbkrankheit. Da sie auf Mutationen in nur einem  Gen beruht, könnte sie gentherapeutisch angegangen werden. Jetzt stellt ein US-Unternehmen erste Daten einer Phase-I/II-Studie zu einem gentherapeutischen Ansatz vor, der nur eine einmalige Gabe erfordert.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 29.09.2025  16:34 Uhr

Tödliche Neurodegeneration

Die Huntington-Krankheit ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung mit einer Penetranz von 100 Prozent. Das heißt, jeder Patient, der auch nur eine Kopie eines mutierten Huntingtin-Gens trägt, erkrankt – und zwar meist im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Die pathologische Form des Huntingtins ist dadurch gekennzeichnet, dass das Codon CAG, das für die Aminosäure Glutamin codiert, in einem Genbereich stark amplifiziert ist. Statt 16 bis 20 CAG-Wiederholungen an dieser Position sind bei Betroffenen deutlich mehr Repeats vorhanden. Das mutierte Protein wird fehlerhaft gefaltet und sammelt sich so in den Nervenzellen an, die letztlich absterben. Für die Bewegungskoordination und grundlegende mentale Funktionen wichtige Gehirnbereiche werden so nach und nach zerstört.

Zu den Symptomen gehören unwillkürliche Zuckungen, Schluck- und Sprachstörungen, Gedächtnislücken, Konzentrationsschwäche, Depressionen, Angstzustände, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Persönlichkeitsveränderungen. Letztlich sterben die Patienten an der Krankheit.

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