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Ärzte, Apotheker, Kliniken, Zahnärzte
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Gematik-Gesellschafter protestieren gegen E-Rezept-Einführung

Der Konflikt um die E-Rezept-Einführung droht zu eskalieren. Das Bundesgesundheitsministerium hatte seine 51-Prozent-Mehrheit in der Gesellschafterversammlung der Gematik kürzlich genutzt, um die bundesweite Testphase zu ermöglichen. Weiterhin ist der 1. Januar als offizieller Starttermin geplant. Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Kliniken protestieren gemeinsam gegen dieses Vorgehen.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 01.12.2021  15:20 Uhr

Gematik-Gesellschafter fordern Gesetzesänderung

Die Gematik-Gesellschafter warnen vor größeren Problemen, sollte auf Basis dieser geringen Erfahrungen das E-Rezept-System flächendeckend ausgerollt werden. »Fehlerhaft übermittelte E-Rezepte sind nicht nur eine Belastung für Ärzte, Zahnärzte und Apotheken, sie stellen insbesondere eine Gefährdung der Patientensicherheit dar.« Der durch die Stimmmehrheit des Bundesgesundheitsministeriums herbeigeführte Beschluss sei vor diesem Hintergrund nicht sinnvoll. Der Gegenvorschlag der Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Krankenhäuser sowie Kostenträger, die Beendigung der erfolgreichen Testung an transparente Qualitätskriterien anzubinden, die jeder Anbieter zu erfüllen hat, sei abgelehnt worden.

Auch die Gematik-Gesellschafter erinnern daran, dass sich an der gesetzlichen Einführung des neuen digitalen Verordnungssystems nichts ändern werde. Zur Erklärung: Im Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) ist vorgesehen, dass Ärzte ab dem 1. Januar 2022 nur noch über das digitale Verordnungssystem Arzneimittel verschreiben dürfen. Allerdings ist ein Ausnahmepassus vorgesehen, der Muster-16-Rezepte erlaubt, wenn Praxen technisch nicht in der Lage sind, E-Rezepte zu erzeugen. Die Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Krankenhäuser appellieren in ihrer Mitteilung abschließend dringend an den Gesetzgeber, die Anwendung des E-Rezepts erst nach einer ausreichenden Testphase und erwiesener Praxistauglichkeit für den Regelbetrieb in den Praxen vorzusehen.

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