Allerdings warnte er vor explodierenden Kosten gerade hinsichtlich Arzneimittel für die Behandlung seltener Erkrankungen (Orphan Drugs) und bei Onkologika. Bei letzterem lag der GKV-Verordnungsanteil 2020 bei 1,2 Prozent, beim Umsatz allerdings bei 20,5 Prozent. Bei den Orphan Drugs ist der Unterschied noch größer. Die Arzneimittel für seltene Krankheiten haben 2020 einen Anteil von 11,6 Prozent des Bruttoumsatzes des GKV-Arzneimittelausgaben ausgemacht, bei einem Anteil am Verordnungsvolumen von nur 0,06 Prozent. Hier sollte sich laut Hecken die Politik stärker darauf konzentrieren, auch wirklich nur den ersten Pharma-Hersteller auf dem Markt, der ein neues Arzneimittel auf den Markt bringt, entsprechende Privilegien einzuräumen. In seinen Augen wird dieses Prinzip immer weiter verwaschen, explodierende Kosten seien deshalb die Konsequenz. Gerade hinsichtlich einer immer älter werdenden Gesellschaft und dem Anstieg der Bevölkerungsgruppe über 67 Jahre, forderte Hecken die Politik auf, »mittelfristig über sachgerechte und zukunftsorientierte Finanzierungsoptionen« für die GKV nachzudenken. Erst am Dienstag haben große gesetzliche Krankenkassen einen Rekord-Defizit von 5,7 Milliarden Euro gemeldet.
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