| Jennifer Evans |
| 01.10.2026 13:00 Uhr |
Teuer, einsam, verunsichert: Deutschland blickt sorgenvoll in die Zukunft. / © Getty Images/Peter Dazeley
Das Leben in Deutschland wird immer teurer, und der Wirtschaft geht es immer schlechter. Vor allem diese beiden Punkte zählten die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger auf, als sie in einer Studie der R+V Versicherung ihre größten Ängste benennen sollten. Seit 1992 analysiert die Versicherung jährlich die größten Sorgen von 2400 Menschen ab 14 Jahren rund um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit. Die aktuellen Ergebnisse der Untersuchung »Die Ängste der Deutschen 2026« stellte sie am Donnerstag in Berlin vor.
Demnach befürchten 59 Prozent der Bevölkerung, dass die Lebenshaltungskosten stark steigen. Seit 2025 ist dieser Wert um 7 Prozentpunkte gestiegen. Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage und einer Rezession treibt 51 Prozent um. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 41 Prozent.
Das Thema Gesundheit ist zwar nicht unter den Top-10-Ängsten zu finden, die den Deutschen am meisten Kopfzerbrechen bereiten. Dennoch haben immerhin 41 Prozent Angst davor, zum Pflegefall zu werden. In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen sind es sogar 58 Prozent. Insgesamt sind das 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresvergleich.
Auch vor Einsamkeit fürchten sich mit 22 Prozent inzwischen 2 Prozent mehr Menschen als noch im vergangenen Jahr. Die Befürchtung, eine schwere Erkrankung zu bekommen, ist für 33 Prozent der Deutschen zentral, was allerdings insgesamt 1 Prozent weniger entspricht als 2025. Damit lag diese Angst seit 2017 immer unter 40 Prozent.
Dramatisch gefallen ist innerhalb eines Jahres die Sorge vor Naturkatastrophen – und zwar um 9 Prozentpunkte auf nun 27 Prozent. Die Beunruhigung sei nun offenbar der Resignation gewichen, heißt es.
Doch wer glaubt, die Stimmung im Land habe einen Tiefpunkt erreicht, der irrt. Der Angstindex beträgt aktuell 38. Damit liegt das Angstniveau 2026 nur 2 Prozentpunkte höher als im bisher sorgenärmsten Jahr 2021. Die Spitzenwerte mit jeweils 52 sind zur Zeit des Syrien-Kriegs und der großen Flüchtlingsströme in Europa im Jahr 2016 zu finden sowie zu Beginn des Irak-Kriegs im Jahr 2003. Weil das Geld knapper würde, träten andere Ängste in den Hintergrund, so das Fazit der Analyse.