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Nasse Haare, wärmender Glühwein
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Fünf Wintermythen im Faktencheck

Alkohol wärmt von innen und wer mit nassen Haaren bei Kälte nach draußen geht, wird krank. Solche Weisheiten kursieren, wenn es draußen dunkel und kalt wird. Aber stimmen sie auch?
AutorKontaktdpa
Datum 05.12.2025  08:00 Uhr

Wenn der Winter naht und mit ihm der erste Frost aufkommt, machen Kälte-Weisheiten die Runde: So sollen nasse Haare krank machen oder kalte Duschen vor Erkältungen schützen.

Nachfolgend ein Faktencheck der bekanntesten Mythen über die kalte Jahreszeit.

1. Mythos: Nasse Haare bei Kälte machen krank

Falsch. Es ist der Klassiker unter den Wintermythen und wissenschaftlich längst widerlegt. Erkältungen werden nicht allein durch Kälte oder nasse Haare bei kühlen Temperaturen verursacht, sondern immer durch Viren. Ohne Kontakt zu Erregern gibt es keine Infektion. Studien zeigen jedoch, dass eine starke Abkühlung der Körperoberfläche – etwa auch durch nasse Kleidung oder kalte Luft – die Durchblutung der Schleimhäute verringern kann. Dadurch kann die lokale Abwehr geschwächt werden und vorhandene Viren können sich leichter vermehren. Sich warm halten kann daher manchmal helfen. Doch: Eine Erkältung braucht immer einen Erreger.

2. Mythos: Kalte Duschen verhindern Krankheiten

Unklar. Die Idee klingt verlockend, doch wissenschaftlich ist sie kaum belegt. Eine niederländische Studie mit rund 3.000 Teilnehmenden zeigte: Menschen, die täglich 30 bis 90 Sekunden kalt duschten, fühlten sich zwar fitter und berichteten subjektiv von weniger Krankheitstagen, objektiv waren sie aber nicht seltener krankgeschrieben. Kalte Duschen können den Kreislauf anregen und kurzfristig die Durchblutung fördern, doch ein nachweisbarer Schutz vor Erkältungen fehlt. Fachleute raten: Wer es dennoch ausprobieren will, sollte langsam beginnen – etwa mit Wechselduschen, die den Körper Schritt für Schritt abkühlen.

3. Mythos: Frauen frieren schneller als Männer

Richtig. Diesmal stimmt der Volksmund tatsächlich. Frauen empfinden Kälte intensiver – aus biologischen Gründen. Männer besitzen mehr Muskelmasse und verbrennen dadurch mehr Energie, was Wärme erzeugt. Frauen hingegen haben meist einen höheren Fettanteil. Hinzu kommen hormonelle Schwankungen, die die Temperaturwahrnehmung beeinflussen. Untersuchungen zeigen: Frauen empfinden Temperaturen um 24 Grad Celsius als angenehm, während Männer sich bereits bei 22 Grad wohlfühlen. Der Unterschied ist messbar – und nicht bloß Einbildung.

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