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Schlafforschung
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Frühes Aufstehen ist nicht für jeden gut

Früh aufstehen gilt als Symbol für Disziplin, Erfolg und Selbstoptimierung. Doch die Schlafforschung warnt: Wer gegen seine innere Uhr lebt, riskiert Folgen für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 04.02.2026  13:30 Uhr
Frühes Aufstehen ist nicht für jeden gut

Um 5 Uhr aufstehen, eine Runde Sport machen und dann zur Arbeit gehen: Ist dies das Erfolgsrezept für effektiv genutzte Lebenszeit? Laut zahlreichen Social-Media-Trends und Coachingbüchern soll das frühe Aufstehen zu einem effizienteren und erfolgreicheren Leben verhelfen. Schlafexperten merken allerdings an, dass dieser Ansatz viele wichtige Faktoren unbeachtet lässt. Denn nicht jeder Mensch ist ein Frühaufsteher.

»Diese ganze Bewegung beruht eigentlich auf der Annahme, dass früher Aufstehen Disziplin erzeugt und dass die Disziplin automatisch zum Erfolg führt«, sagt der Schlafpsychologe Günther Amann-Jennson aus Frastanz im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Doch der Denkfehler sei, Disziplin über die Biologie zu stellen. Denn Schlaf folge ganz eindeutig biologischen Gesetzen, und jeder Mensch habe eine genetische innere Uhr – das sei nicht zu ändern.

Die meisten sind intermediäre Chronotypen

Grundsätzlich unterscheide die Forschung zwischen Tag- und Nachtmenschen. »Die Lerchen stehen in der Früh gerne auf, die haben nach dem Aufstehen gleich Appetit und die sind geistig und körperlich in der Früh leistungsfähig«, erklärt die Neurologin Birgit Högl von der Medizinischen Universität Innsbruck. »Die Eulen schlafen gerne ein bisschen länger und sind dann am Nachmittag auf ihrem geistigen Höhepunkt.«

Frühes Aufstehen sei nicht immer mit dem Alltag und der empfohlenen Schlafzeit von sieben bis neun Stunden vereinbar, so Högl. Wer also um 5 Uhr aufstehen wolle, müsste gegen 21 Uhr ins Bett. »Für Frühmenschen, die gerne früh ins Bett gehen, mag das eine Option sein, wenn man die Gesamtschlafdauer berücksichtigen kann, aber für Abendmenschen nicht.«

Schlafpsychologe Amann-Jennson geht davon aus, dass etwa 20 bis 25 Prozent der Menschen ausgeprägte Lerchen und rund 20 bis 30 Prozent ausgeprägte Eulen sind. Der größte Teil der Bevölkerung – etwa 50 Prozent – liege dazwischen und gelte als intermediärer Chronotyp – als Taube. Für viele Menschen sei das Frühaufsteher-Erfolgsrezept somit ungeeignet.

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