| Alexandra Amanatidou |
| 06.01.2026 13:45 Uhr |
Am 22. März 2026 finden die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz statt, der Wahlkampf hat bereits begonnen. / © Landtag RLP / Torsten Silz
Wie in ganz Deutschland sind auch in Rheinland-Pfalz die Apothekerzahlen rückläufig. Ende 2024 zählte die ABDA in dem Bundesland noch 819 Apotheken, im Oktober waren es nur noch 806.
Der Vorsitzende der Freien Wähler Rheinland-Pfalz, Christian Zöpfchen, wirft der Landesregierung von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP »Untätigkeit« vor.
»Seit Jahren verlieren wir Apotheken in zweistelliger Zahl – und die Ampel in Mainz bleibt untätig«, sagt Zöpfchen. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) rede zwar viel über die Probleme, ergreife aber keine konkreten Initiativen. »Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht im ländlichen Raum ein schleichender Zusammenbruch der Arzneimittelversorgung.«
In ihrer Pressemitteilung fordern die Freien Wähler die Landesregierung auf, »endlich aktiv zu werden und sich an die Spitze einer Bundesratsinitiative zu stellen«. Ziel müsse eine echte Honorarreform sein, bei der das Packungsfixum wie angekündigt angehoben und künftig dynamisch an Kostenentwicklungen angepasst wird.
Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sieht jedoch keine Erhöhung des Packungsfixums auf 9,50 Euro vor. Das Gesetz passierte bereits Mitte Dezember das Bundeskabinett und wird Mitte Januar vom Gesundheitsausschuss des Bundesrats diskutiert. Clemens Hoch bezeichnete diese Entwicklung gegenüber der PZ als »sehr bedauerlich«. Er appellierte an die Bundesregierung, ein höheres Fixum »doch noch zu berücksichtigen«. Dies habe er auch bereits in einem Brief an Bundesgesundheitsministerin Warken deutlich gemacht.
Die Freien Wähler fordern gezielte Förderinstrumente, einen konsequenten Bürokratieabbau, eine praxistaugliche Digitalisierung und bessere Rahmenbedingungen zur Nachwuchsgewinnung. »Wenn das Land jetzt nicht handelt, drohen im ländlichen Raum gravierende und dauerhaft untragbare Versorgungslücken«, so Zöpfchen.
Bei den vergangenen Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz erhielten die Freien Wähler 5,4 Prozent der Stimmen und zogen somit mit sechs Abgeordneten in den Landtag ein. Laut einer repräsentativen Umfrage vom Oktober würden die Freien Wähler dieses Jahr nur noch 4 Prozent erreichen und könnten somit nicht erneut in den Landtag einziehen. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag des SWR durchgeführt.