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Höherer Mindestlohn 
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Freie Apothekerschaft warnt vor Kettenreaktion 

Der Mindestlohn soll bis 2027 deutlich steigen. Die Freie Apothekerschaft (FA) warnt davor, dass die steigenden Lohnkosten die Apotheken zusätzlich wirtschaftlich belasten werden. Der Verein fordert daher eine deutliche Erhöhung des Apothekenhonorars. 
AutorKontaktPZ
Datum 03.07.2025  12:30 Uhr

Honorare anpassen

Auch Apotheken, die stark auf flexible Teilzeitkräfte angewiesen sind, insbesondere für den Botendienst zur Versorgung mobilitätseingeschränkter Menschen im ländlichen Raum, würden durch höhere Mindestlöhne unter Druck geraten. Das könnte zu Personalengpässen und einem weiteren Abbau wichtiger Dienstleistungen führen.

Die prekäre finanzielle Situation hat laut der FA schon heute spürbare Folgen. Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinke stetig und habe zum Juni 2025 mit unter 16.800 Betrieben den niedrigsten Stand seit 1978 erreicht. Die Freie Apothekerschaft fordert daher eine sofortige, substanzielle Erhöhung des Apothekenhonorars, verbunden mit einer jährlichen, dynamischen Anpassung an die Lohn- und Kostenentwicklung.

»Alles andere ist verantwortungslos«, mahnt der Vorstand des Vereins. »Wer weiterhin untätig bleibt, riskiert nicht nur tausende Arbeitsplätze, sondern auch die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln. Dann wird nicht nur die Apotheke vor Ort verschwinden – sondern auch ein wesentlicher Teil der wohnortnahen, niedrigschwelligen Gesundheitsversorgung in Deutschland.«

 

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