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Metaanalyse
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Fiebersenkung bei Erwachsenen ohne Vorteil

Fieber ist an sich keine Krankheit, sondern eine Reaktion des Körpers auf Entzündungen und Infektionen, die einerseits für die Immunabwehr wichtig ist, andererseits den Patienten aber auch belastet. Insofern ist es fraglich, ob es vorteilhaft ist, Fieber durch Antipyretika oder externe Kühlung zu senken. Eine Metaanalyse fand nun dafür bei erwachsenen Patienten keine Belege.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 02.08.2022  18:00 Uhr

Bedeutung für die Praxis

»Antipyretika werden ambulant und stationär routinemäßig eingesetzt und Patienten, die stark fiebern, erhalten zusätzlich eine externe Kühlung. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Fiebersenkung einen geringen bis gar keinen Effekt hat«, fassen die Autoren zusammen. Sie verweisen allerdings auf die schlechte Qualität der bisher vorhandenen Evidenz und mahnen bessere, randomisierte Studien an, um zu erforschen, ob beziehungsweise welche Konsequenzen sich daraus für den einzelnen Patienten und die Gesellschaft ergeben sollten.

Auch schon jetzt lassen sich aus der Arbeit aber Lehren für die Praxis ziehen, wobei einschränkend betont werden muss, dass die Ergebnisse nur für Erwachsene gelten und auch nur für relativ schwer kranke Personen. Wenn bei ihnen aber schon der Nutzen einer fiebersenkenden Therapie offenbar nur marginal ist, sollte das für weniger schwer kranke Erwachsene wohl erst recht gelten. Mit der Empfehlung, bei leichtem Fieber nicht sofort zu einem Antipyretikum zu greifen (und weiter arbeiten zu gehen), sondern dem Körper stattdessen Ruhe zu gönnen und abzuwarten, bis das Fieber von selbst wieder sinkt, liegt man also sicherlich nicht falsch.

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