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BMG-Forschungsnetzwerk
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Expertenaustausch zu Long Covid

In Deutschland leiden hunderttausende Menschen an den Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung. Die Bundesregierung fördert 30 Forschungsprojekte, um den Betroffenen zu helfen. Am Montag trafen sich die Projektleiter erstmals zu einem Treffen.  
AutorKontaktPZ
Datum 11.02.2025  15:30 Uhr

Mit einem ersten Treffen der 30 Projektleitenden des Förderschwerpunkts »Erforschung und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen von Covid-19 (Long Covid)« in Berlin hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) am Montag ein Koordinierungsnetzwerk für die Long-Covid-Forschung gestartet. Auch ein in Kürze startendes Netzwerk aus Modellprojekten zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit diesem Krankheitsbild war vertreten.

Ziel der Netzwerke ist es, Forschungsergebnisse zur Behandlung von Long Covid einschließlich ME/CFS zu entwickeln und auszutauschen, sodass sie zeitnah in der Versorgung ankommen. Umgekehrt sollen Daten aus der Versorgung für Forschende zur Verfügung gestellt werden.

Für den 2024 bis 2028 laufenden Förderschwerpunkt »Long Covid« zur versorgungsnahen Forschung wurden Projekte mit einem Gesamtvolumen von 73 Millionen Euro bewilligt. In einem wettbewerblichen Verfahren wurden 30 Projekte zur Förderung ausgewählt, die ihre Arbeit mittlerweile aufgenommen haben. 

Betroffene nicht allein lassen 

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßte den Start des Netzwerks und erklärte in einer Pressemitteilung, dass sich der Einsatz für die Long-Covid-Forschung gelohnt habe. »Mit 30 vom Bund geförderten Projekten investiert Deutschland so viel in die Erforschung der Long-Covid-Symptome wie kaum ein anderes Land. Viele Menschen leiden bis heute unter den Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Und die Zahl der Betroffenen steigt weiter«, so der Minister.

Das Koordinierungsnetzwerk soll Forschung und Versorgung enger zusammenbringen. »Wir lassen die Menschen, die unter Long Covid leiden, nicht allein«, versprach Lauterbach. 

Erkrankungen mit Long-Covid-ähnlichen Symptomkomplexen wie ME/CFS, auch unabhängig von einer Covid-19-Erkrankung, werden in den beiden Netzwerken mitberücksichtigt. Die gewonnenen Erkenntnisse leisten somit einen Beitrag zum Umgang mit Erkrankungen auch über das Krankheitsbild Long Covid hinaus. Dies gilt auch für Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung.

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