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Den Verlauf bremsen
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Es tut sich was in der Parkinson-Forschung

GLP-1-Agonisten, Impfungen und Hustensaft – die Erforschung von krankheitsmodifizierenden Therapien bei Parkinson ist ein hochdynamisches Feld. Das wurde bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) deutlich.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 26.03.2026  18:00 Uhr

Impfstoffkandidat gegen α-Synuclein

Auch zu einer Impfung gegen α-Synuclein wird geforscht. So hat das Unternehmen AC Immune Ende vergangenen Jahres erste Zwischenergebnisse der VacSyn-Studie mit seinem Impfstoffkandidaten ACI-7104.056 vorgelegt.

Die Analyse von Biomarkern zeigt eine Stabilisierung der Erkrankung, was nahelegt, dass die Impfung möglicherweise das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt. Das Sicherheitsprofil und die Immunogenität waren gut. Der Impfstoff enthält eine kurze Aminosäurekette, die ein Epitop im C-terminalen Bereich des α-Synucleins nachahmt. Das Peptid ist an ein Trägerprotein gebunden und mit einem Adjuvans adsorbiert.

Abnehmspritzen und Gentherapien

Neben α-Synuclein stellen aber auch gestörte Stoffwechselwege – nicht abgebaute fehlgefaltete Proteine, Energiedefizit und Entzündungsreaktionen – in Nervenzellen und im Gehirn ein therapeutisches Target dar. Hier setzten die GLP-1-Rezeptoragonisten an, die antiinflammatorische und neuroprotektive Effekte haben, berichtete Brockmann. Es seien inzwischen mehrere klinische Studien initiiert und zum Teil schon abgeschlossen worden – manche mit positivem, manche mit negativem Ergebnis.

Eine Metaanalyse weise auf einen minimalen Effekt der Wirkstoffe hin. »Die Ergebnisse sind nicht überwältigend«. In Schweden sei eine weitere Studie mit einem GLP1-Agonisten gestartet, die neben den motorischen Symptomen auch den Glucosestoffwechsel im Gehirn erfasst. Die Thematik werde also in den nächsten Jahren noch weiter erforscht, sagte Brockmann.

»Auch Gentherapien sind in aller Munde.« Sie seien ein interessanter Ansatz bei Patienten mit genetischen Formen der Parkinson-Erkrankung, die etwa 5 bis 15 Prozent aller Fälle ausmachen und auf Mutationen in Genen wie SNCA, LRRK2, Parkin und PINK1 zurückgehen, aber auch insgesamt, um gestörte Stoffwechselwege zu korrigieren.

Als Beispiel nannte die Referentin die Studie REGENERATE-PD, die Sicherheit und Wirksamkeit einer Adenovirus-Vektor-basierten Gentherapie bei Parkinson untersucht, die zur Expression des Wachstumsfaktors GDNF (Glial cell line-derived neurotrophic factor) im Gehirn führen soll. Dieser soll das Überleben der dopaminergen Neuronen fördern. Der Vektor wird dabei direkt in die Substantia nigra der Patienten injiziert. Die Studie soll 2028 abgeschlossen sein.

Bei den genetischen Formen der Parkinson-Erkrankung gebe es die meisten Studien zu LRRK2, das in mutierter Form überaktiv ist. Durch Gentherapien und durch Inhibitoren versuche man, die Aktivität zu hemmen, berichtete Brockmann.

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