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Gendergerechte Versorgung
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»Es findet eine Revolution von unten statt«

Femna Health, mkk und nexxt level luden gestern zur Veranstaltung »Wie gelingt geschlechtergerechte Versorgung?« in Berlin ein. Im Rahmen des Events diskutierten Andrea Galle, Professorin Sylvia Thun, Ute Wiedemann, Julia Rotherbl und Martina Waldherr über Wege zu einer fairen und geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung. Das Panel wurde von Nicole Lauscher von Vita Health Media moderiert. 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 16.01.2026  15:30 Uhr

Welche Stellschrauben hemmen Fortschritte in der Forschung?

Der Contergan-Skandal wurde als Grund genannt, warum Frauen aus der Arzneimittelforschung ausgeschlossen wurden und werden. »Aber es gibt ja auch nicht schwangere Frauen«, kontert Moderatorin Lauscher. Man habe früher nicht garantieren können, dass die Frauen nicht während der Studie schwanger werden, so Galle. »Es ging gar nicht um die schwangere Frau, sondern darum ›die Leibesfrucht des Mannes‹ zu schützen«, erinnert sich Galle an die Sprech- und Denkweise von früher. 

Später und heute habe man entschieden, der Zyklus menstruierender Personen sei nun das Problem. Trotzdem habe man auch keine Forschung an Frauen über 60 vorgenommen, kritisiert das Panel gemeinsam. Thun ergänzt: »Meines Erachtens haben Männer auch hormonelle Schwankungen« und stellt die Frage, warum der Hormonhaushalt mit der heutigen Technik nicht einfach gemessen werde. »Das bedeutet doch, Frauen, die menstruieren, sind in ihrem Zyklus so krass unterschiedlich, dass wir so tun, als wären sie Männer«, fasst Lauscher kopfschüttelnd zusammen. 

»Eine der größten Hebel, um die Versorgung von Frauen zu verbessern, sind Frauen selbst«

Chancen, die Frauengesundheit zu verbessern, sehe Rotherbl in verschiedenen Social Media Bewegungen durch Betroffene und Aktivistinnen. Deren unermüdliche  Einsatz habe zum Beispiel hinsichtlich Endometriose einiges in Bewegung gesetzt. »Es findet ein bisschen eine Revolution von unten statt«, bemerkt die Chefredakteurin. Sie betont hier die Rolle der vor Ort Apotheken: »Über die Apotheken haben wir eine geringe Schwelle, die die Menschen überwinden müssen, um an Informationen zu kommen«, so Rotherbl. 

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