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Omaveloxolon
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Erste Therapie bei Friedreich-Ataxie verfügbar

Omaveloxolon ist die erste zugelassene Behandlung für die seltene Erbkrankheit Friedreich-Ataxie (FA). Das Orphan Drug aktiviert den Nrf2-Signalweg, der bei FA-Patienten beeinträchtigt ist, und soll dadurch die Zellen besser vor oxidativem Stress schützen.
AutorKontaktKerstin A. Gräfe
Datum 03.04.2024  07:00 Uhr

Auf die Leberwerte achten

In klinischen Studien kam es unter der Behandlung zu einem Anstieg unter anderem der Leberwerte (ALT, AST und Bilirubin), der Cholesterolwerte (LDL und HDL) sowie des Herzmarkers BNP. Leberfunktionstests sollten vor der Behandlung, in den ersten drei Monaten monatlich und danach in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Je nach Höhe des Anstiegs der jeweiligen Werte gibt die Fachinformation das weitere Vorgehen vor. Die Lipidwerte sollten vor Therapiebeginn überprüft und während der Behandlung in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Lipidwertanomalien sind gemäß den geltenden klinischen Leitlinien zu behandeln. Der BNP-Wert muss bei FA-Patienten mit Kardiomyopathie und Diabetes mellitus vor dem Therapiestart und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung überwacht werden.

Skyclarys soll während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht angewendet werden. Das Arzneimittel kann die Wirksamkeit von hormonellen Kontrazeptiva herabsetzen. Patientinnen, die auf diese Weise verhüten, ist zu raten, während der Skyclarys-Anwendung und für 28 Tage nach deren Absetzen eine alternative Verhütungsmethode zu nutzen.

Krankheitsprogression verlangsamt

Die Zulassung basiert auf der randomisierten doppelblinden Phase-II-Studie MOXIe. Eingeschlossen waren 103 FA-Patienten im Alter von 16 bis 40 Jahren und einem Ausgangswert zwischen 20 und 80 von maximal möglichen 99 Punkten auf der modifizierten Friedreich-Ataxie-Bewertungsskala (mFARS). Die Teilnehmenden erhielten randomisiert einmal täglich 150 mg Omaveloxolon oder Placebo.

Der primäre Endpunkt war die Differenz im mFARS-Wert zwischen Therapiestart und Therapiewoche 48 im Vergleich zu Placebo. Unter Omaveloxolon sank der mFARS-Wert um −1,55 (±0,69) Punkte, während er in der Kontrollgruppe um 0,85 (±0,64) Punkte zunahm. Der beobachtete Unterschied von −2,40 Punkten (±0,96) war statistisch signifikant.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind erhöhte Konzentrationen von Leberenzymen, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit, Mund- und Rachenschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelspasmen, Grippe und Appetitverlust.

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