| Theo Dingermann |
| 02.02.2026 07:00 Uhr |
Festzuhalten ist, dass mit der Erlaubnis für den Eintritt in die klinische Forschung durch die FDA ein Übergang von theoretischer Gerontologie zu klinisch adressierbarer Biotechnologie begonnen hat. Ob eine partielle epigenetische Reprogrammierung tatsächlich als allgemeine Verjüngungsstrategie taugt, bleibt offen. Unstrittig ist allerdings, dass mit dem Start der ER-100-Studie erstmals ein zentraler Alterungsmechanismus selbst zum therapeutischen Ziel im Menschen wird – ein Schritt mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für Medizin, Biologie und Regulierung.
Erwähnt werden sollte auch, dass Life Biosciences mit ER-300 einen weiteren Kandidaten entwickelt, der auf Lebererkrankungen abzielt. In einem Mausmodell der metabolisch assoziierten Steatohepatitis (MASH) verbesserte ER-300 zentrale biochemische Marker der Leberfunktion, darunter ALT und AST, reduzierte die hepatische Fettakkumulation und normalisierte Lipidprofile.
Diese Ergebnisse stützen die Annahme, dass partielle epigenetische Reprogrammierung nicht organspezifisch wirkt, sondern prinzipiell auf verschiedene altersassoziierte Pathologien übertragbar zu sein scheint.