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Arginase-1-Mangel
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Erste Enzymersatztherapie verfügbar

Arginase-1-Mangel ist eine sehr seltene Erbkrankheit, die zu den Harnstoffzyklusstörungen zählt. Mitte Januar kam Pegzilarginase auf den deutschen Markt. Der Wirkstoff soll das fehlende Enzym ersetzen.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 30.01.2024  07:00 Uhr
Zulassung »unter außergewöhnlichen Umständen«

Zulassung »unter außergewöhnlichen Umständen«

Loargys ist derzeit »unter außergewöhnlichen Umständen« zugelassen. Der Hersteller muss daher der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) weitere Daten vorlegen, etwa die Endergebnisse von zwei Studien zur langfristigen Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Pegzilarginase bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit Hyperargininämie.

Stichwort Sicherheit: Sehr häufige kommt es zur Überempfindlichkeit, häufig wurden Reaktionen an der Injektionsstelle in Studien beobachtet. Die Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen kann die vorübergehende Unterbrechung der Infusion, die Senkung der Infusionsrate und/oder die Behandlung mit Antihistaminika und/oder Corticosteroiden umfassen. Eine Prämedikation mit einem Antihistaminikum und/oder Corticosteroid sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, die zuvor im Zusammenhang mit der Pegzilarginase-Behandlung eine Überempfindlichkeitsreaktion entwickelt haben.

Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt. Die Anwendung von Pegzilarginase während der Schwangerschaft und bei gebärfähigen Frauen, die keine Empfängnisverhütung anwenden, wird daher nicht empfohlen. In der Stillzeit muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Pegzilarginase zu unterbrechen sind.

Loargys ist im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C zu lagern.

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