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Übertragung durch Hausratte
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Erste Ansteckung mit Seoulvirus in Deutschland

In Deutschland ist erstmals die Übertragung des in Asien verbreiteten und hochinfektiösen Seoulvirus aus der Familie der Hantaviren von einem Tier auf einen Menschen nachgewiesen worden. Eine junge Frau infizierte sich bei ihrer Hausratte.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 16.11.2020  16:00 Uhr
Verschiedene Hantaviren, unterschiedliche Gefährdung

Verschiedene Hantaviren, unterschiedliche Gefährdung

Zur Familie der Hantaviren gehören verschiedene Arten von RNA-Viren. In Europa sind das Dobrava-Belgrad-Virus und das Puumala-Virus verbreitet, die leichte bis mittelschwere Krankheitsverläufe verursachen. Typisch sind grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Allerdings können auch Blutdruckabfall, Nierenfunktionsstörungen und sogar Nierenversagen auftreten. Ein großer Teil der Infektionen bringt aber keine oder nur unspezifische Symptome mit sich, sodass sie gar nicht erkannt werden.

Nach mehreren Ausbrüchen sind Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland seit 2001 meldepflichtig. Die Häufigkeit von Infektionen mit diesen Viren variiere zwischen 200 und 3000 pro Jahr. Das hänge von den Regenmengen ab, sagte Hofmann. Gebe es viele Niederschläge, ist die Ernährungslage von Mäusen gut und sie vermehren sich kräftig. Die Übertragung der Viren auf den Menschen erfolge über die Ausscheidungen der Tiere.

Während die Letalität der durch die in Europa vorkommenden Hantavirus-Arten hervorgerufenen Erkrankungen bei etwa 1 Prozent liegt, sind die in asiatischen und südeuropäischen Ländern verbreiteten Arten wie das Hantaan-Virus und die amerikanischen Arten wie Sin-Nombre- oder das Andes-Virus deutlich gefährlicher. Für das Hantaan-Virus gibt die Gesellschaft für Virologie eine Letalität von 5 bis 12 Prozent an, bei den amerikanischen Virenarten beträgt die Sterblichkeit bis zu 50 Prozent. 

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