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Weiblicher Zyklus
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Entzündungen als Preis für die Fruchtbarkeit?

Die Gewebe des weiblichen Fortpflanzungstrakts unterliegen in jedem Zyklus umfassenden Veränderungen. Diese fortwährenden Umbauprozesse könnten im Laufe der Jahre zu chronischer Entzündung und Fibrose führen. Das legt eine aktuelle Studie von Forschenden des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg nahe.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 09.02.2024  16:00 Uhr

Einfluss auf das Krebsrisiko?

»Unser Atlas beleuchtet, wie die Befruchtungsbereitschaft, Schwangerschaft und Alterung zusammen den weiblichen Fortpflanzungstrakt formen. Lange Zeit ging man davon aus, dass diese Ereignisse keine Spuren oder Narben in den betroffenen Organen hinterlassen. Unsere Arbeit offenbart den unerwarteten Preis für die weibliche Fortpflanzungsfähigkeit, die durch den ständigen Umbau des weiblichen Reproduktionstrakts entstehen«, fasst Seniorautorin Dr. Ângela Gonçalves zusammen.

Sollten sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen – was aus dieser Tierstudie nicht hervorgeht –, könnte dies eine Erklärung für Unterschiede beim Krebsrisiko von Frauen sein, erklärt DKFZ-Gruppenleiter Dr. Duncan Odom: »Beim Menschen steht eine höhere Anzahl von Menstruationszyklen im Leben mit einem höheren Risiko für Gebärmutterkrebs in Verbindung. Wenn chronische Entzündungen und Fibrose auch bei Frauen mit der Anzahl der Zyklen zunehmen, so könnte dies zu einem erhöhten Krebsrisiko beitragen.« Dies muss allerdings noch in weiteren Studien untersucht werden.

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