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Umfrage Bertelsmann Stiftung
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Eklatanter Hausarztmangel droht – was nun?

In den nächsten fünf Jahren droht die Hausarztversorgung weiter auszudünnen. Schon jetzt sind 5000 Sitze unbesetzt. Bis 2030 könnte sich die Zahl verdoppeln. Das ergab eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung. Mögliche Lösung: Aufgaben-Delegation auf andere Berufsgruppen. Auch auf Apotheken?
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 11.06.2025  13:00 Uhr
Alterung und stetig sinkende Wochenarbeitszeiten

Alterung und stetig sinkende Wochenarbeitszeiten

Was den Arbeitsumfang betrifft, so wenden Hausärzte rund 80 Prozent ihrer Arbeitszeit den Umfragedaten zufolge für Sprechstunden oder Hausbesuche auf.

Im Schnitt arbeiten die befragten Hausärztinnen und -ärzte derzeit 44 Stunden pro Woche – laut Bertelsmann etwa zehn Stunden mehr als der Durchschnitt aller Beschäftigten. Grundsätzlich ist die Arbeitszeit aber deutlich gesunken: 2012 arbeiteten Hausärztinnen und -ärzte laut Ärztemonitor der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) noch 57,6 Stunden pro Woche. Das bedeutet auch: Es ist nicht nur die Alterung, die zu Versorgungsproblemen führt, sondern die Tatsache, dass die Wochenarbeitszeiten stetig sinken.

Ende 2024 gab es laut KBV mehr als 55.600 Hausärztinnen und -ärzte in der Bundesrepublik. Dabei ist der Anteil der älteren aktiven Hausärzteschaft recht hoch: 18 Prozent sind über 65 Jahre, neun Prozent über 70 Jahre. Derzeit sind bereits mehr als 5.000 Hausarztsitze unbesetzt, wobei insbesondere ländliche Regionen stärker betroffen sind.

 

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