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Apobank-Analyse
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Ein Zehntel der Apotheken schließt ohne Nachfolger

12 Prozent der Apothekeninhaberinnen und -inhaber finden keinen Nachfolger. Etwa jeder zweite Inhaber will die Offizin nicht in erster Linie verkaufen, um sich zur Ruhe zu setzen, sondern wegen zu viel Bürokratie, Fachkräftemangel oder Gesetzesinitiativen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Apothekern, Ärzten und Zahnärzten, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) heute vorgestellt hat.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 24.10.2023  17:30 Uhr

Investitionen vor der Abgabe lohnen sich

Beim Verkaufspreis erzielen viele der befragten Heilberufler nicht ihren Wunschpreis – auch das zeigte die Umfrage. 44 Prozent derjenigen, die den Verkauf schon hinter sich hatten, mussten bei den eigenen Preisvorstellungen Abstriche machen. Bei den Pharmazeuten waren es 36 Prozent. Der Umfrage zufolge investierte außerdem jeder zweite Befragte vor dem Verkauf in die Apotheke oder Praxis, um deren Wert zu steigern – etwa in die Digitalisierung, die Modernisierung der Räumlichkeiten oder Maßnahmen zur Energieeffizienz. Die Mehrheit (60 Prozent) gab ab an, dass sich diese Investitionen gelohnt hätten.

»Die Ergebnisse zeigen, dass viele Inhaberinnen und Inhaber mit Blick auf die Abgabe einen Berg an Herausforderungen erwarten. Die gute Nachricht ist: Dieser Berg ist im Nachgang doch etwas kleiner, als zunächst befürchtet«, resümierte Apobank-Experte Zehnich. Er empfiehlt Apotheken- und Praxisinhabern, sich rechtzeitig mit dem Thema Abgabe zu beschäftigen und diese aktiv vorzubereiten. Es lohne sich zudem, vor der geplanten Abgabe in die Instandhaltung und Modernisierung zu investieren, riet Zehnich.

Für die Analyse befragte das Marktforschungsinstitut Anwema im Auftrag der Apobank vom 7. Juli bis zum 7. August insgesamt 400 Heilberuflerinnen und Heilberufler zu Herausforderungen beim Verkauf der eigenen Apotheke oder Praxis. Die Hälfte hat die Apotheke oder Praxis bereits abgegeben, die andere Hälfte hat dies in den nächsten 6 Jahren vor. Jeweils 100 Befragte kamen aus den Bereichen Pharmazie, Allgemeinmedizin, Fachmedizin und Zahnmedizin.

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