| Ev Tebroke |
| 15.01.2026 13:00 Uhr |
Für die Pharmabranche ist die ePA-Nutzung bislang noch unbefriedigend. Laut einer Umfrage im Auftrag des Herstellerverbands Pharma Deutschland würden zwar 80 Prozent der Befragten die ePA kennen, aber nur 20 Prozent hätten sie bislang verwendet. »Damit bleibt ein zentrales Versprechen der Digitalisierung im Gesundheitswesen unerfüllt: Patientinnen und Patienten spüren die Vorteile der ePA und den Nutzen ihrer Daten noch viel zu selten unmittelbar«, heißt es vonseiten des Verbands.
»Die ePA ist technisch da, aber im Alltag noch nicht angekommen«, sagt Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann. »Solange nur eine Minderheit die ePA aktiv nutzt, verschenken wir Chancen: für bessere Diagnosen, sicherere Arzneimitteltherapien und eine Medizin, die wirklich aus den Erfahrungen von Millionen Patientinnen und Patienten lernt.« Brakmann unterstreicht: »Je stärker die ePA genutzt wird, desto mehr kommt der Mehrwert der Sekundärnutzung direkt bei den Menschen an – von innovativen Medikamenten bis hin zu maßgeschneiderten Versorgungsangeboten.«
Ein Grund für die verhaltene Nutzung ist der komplizierte mehrstufige Anmeldungsprozess zur Aktivierung der Akte. Das räumt auch Kassenchef Baas ein: »Die hohen Sicherheitsanforderungen machen die Registrierung für die ePA deutlich komplizierter als bei kommerziellen Apps«, so Baas. Das führe dazu, dass viele Nutzer die Anmeldung abbrechen.
Bislang ist ein mehrstufiges Anmeldeverfahren erforderlich, bei dem neben einem NFC-fähigen Smartphone und einer NFC-fähigen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auch ein PIN erforderlich ist, der von der Kasse angefordert werden muss. Die Anmeldung ist zudem via Personalausweis mit der elektronischen ID möglich. Alternativ bieten manche Kassen eine Anmeldung vor Ort in ihren Kundenzentren oder per Video-Ident an.
Um die ePA bekannter zu machen, hat das Bundesministerium für Gesundheit Ende 2025 eine digitale Informationskampagne zur Akte gestartet.