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Mehr Angebote statt Strafen
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Drogenbedingte Todesfälle mit fünf Maßnahmen reduzieren

Angesichts von mehr als 2000 Drogentoten im Jahr fordern Suchthilfe und Fachverbände Maßnahmen wie mehr Drugchecking, Substitutionsprogramme und eine flächendeckende Verfügbarkeit von Naloxon.
AutorKontaktPZ
Datum 08.07.2025  17:00 Uhr

Drogenpolitik sollte schützen statt strafen

Für mehr Drogenkonsumräume und ein besseres Monitoring hatte sich auch der Drogenbeauftragte ausgesprochen. Naloxon soll nach Empfehlung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht demnächst rezeptfrei verfügbar sein. Dafür hatten sich Suchthilfeeinrichtungen stark gemacht.  Einen entsprechenden Referentenentwurf zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsordnung legte das BMG am 17. Juni vor.

Drugchecking wird bislang nur vereinzelt angeboten und die Zahl der Arztpraxen, die substituieren, nahm demografiebedingt zuletzt ab statt zu. »Substitution mit psychosozialer Begleitung schafft echte Perspektiven und Entlastung des Gesundheitssystems«, betont Dr. Maurice Cabanis, Vorstand Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin. »Der größte Mehrwert liegt im Zugewinn an Stabilität, sozialer Teilhabe und Lebensqualität – für Betroffene und deren Angehörige.«

»Die oben genannten fünf Maßnahmen bilden bei konsequenter Umsetzung einen wirksamen Schutz vor drogenbedingten Todesfällen«, ist Dirk Schaeffer, Referent Drogen und Strafvollzug Deutsche Aidshilfe, überzeugt. Professor Dr. Heino Stöver, Vorstand akzept Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit, kritisiert: »Die aktuelle Drogenpolitik steht im falschen Fokus: Es geht nicht um Verbote, sondern um Leben retten – durch fünf effektive Maßnahmen, die gut in unserem Gesundheitssystem implementierbar sind. Schützen statt strafen lautet das Motto; ein Paradigmenwechsel, der längst überfällig ist.«

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