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Depression und Antidepressiva
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Doppelbelastung für das Sexualleben

Sexuelle Störungen und Depressionen gehen oft Hand in Hand. Etwa die Hälfte der depressiven Patienten leidet unter Libidoverlust, viele beklagen Erektionsprobleme. Antidepressiva können das Problem noch verstärken – ein wichtiger Grund für Non-Adhärenz.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 28.12.2021  18:00 Uhr

Medikation und Therapie anpassen

Vergleichsweise günstig schneiden Moclobemid, Agomelatin, Reboxetin und Bupropion ab, die daher eine Alternative in der Psychopharmakotherapie bieten können. Auch Trazodon und Tianeptin scheinen seltener unerwünschte Effekte auf Sexualfunktionen zu haben.

Der Psychiater weist – neben einer Anpassung der Medikation – auch auf die Psychotherapie zur Behandlung der Depression hin. Zudem könnten Sport und körperliche Aktivität, Achtsamkeitsübungen oder Yoga hilfreich sein.

Gerade in der Dauertherapie solle ein ehrlicher Austausch über die sexuelle Zufriedenheit der Patienten erfolgen und diese bewusst in der Therapie beachtet werden. Manchmal müsse man sexuelle Nebenwirkungen allerdings akzeptieren, wenn der Patient ohne ein bestimmtes Präparat oder Dosierung nicht stabil eingestellt werden kann oder eine akute Gefahr, zum Beispiel durch Suizid, droht.

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