| Cornelia Dölger |
| 09.04.2026 16:00 Uhr |
dm bietet Gesundheitschecks an und plant deren Ausweitung. / © IMAGO/Horst Galuschka
Für sein Augenscreening-Angebot arbeitet dm mit dem Düsseldorfer Dienstleister Skleo zusammen. Gegen diesen läuft eine Klage der Wettbewerbszentrale; man sieht in dem Angebot gleich mehrere Rechtsverstöße, etwa gegen das Heilmittelwerbegesetz, das Heilpraktikergesetz und die Gebührenordnung für Ärzte.
Bei dm geht man davon aus, dass das Gerichtsverfahren sich am Ende nicht auf das Geschäftsmodell der Gesundheitsdienstleistungen auswirken wird. »Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Partner Skleo Health rechtlich konform agieren«, so Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer Marketing und Beschaffung, gegenüber der PZ.
Bayer erklärte, das Interesse der Kundinnen und Kunden an den Gesundheitsangeboten sei weiterhin groß. Bei der Präsentation der neuen Services im vergangenen Oktober hatte das Management angekündigt, dass man zunächst die Resonanz prüfen und sich dafür sechs Monate Zeit lassen wolle.
Für das Augenscreening, das derzeit in Märkten in Düsseldorf, Köln, Bad Münstereifel, Aachen und Berlin angeboten wird, soll es nun soweit sein. Laut Bayer sollen die Standorte in einem nächsten Schritt auf rund 30 erweitert werden. Auch neue Formate würden erprobt. Seit Anfang April gebe es ein solches Angebot auch an der Frankfurter Zeil. Welche weiteren Städte und Standorte infrage kommen, wollte Bayer nicht verraten.
Kleiner denkt man offenkundig noch bei den Haut- und Blutanalysen. Die Blutanalysen würden aktuell an zwei Standorten in Karlsruhe und Berlin angeboten, die Hautanalysen an sechs Standorten in Berlin, Münster, Braunschweig, Karlsruhe und Düsseldorf. »Die Aufschaltung weiterer Standorte bezüglich der Blutanalyse und Hautanalyse bewerten wir im Zuge der nächsten Pilotphase«, so Bayer.
Gegen die Augen-, Haut- und Blutchecks liefen die Fachverbände Sturm. Nach Ansicht von Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bergen die Diagnoseangebote etwa die Gefahr einer »gefährlichen Deprofessionalisierung«. Medizinische Diagnostik lasse sich »nicht im Vorbeigehen« erledigen. Vielmehr stellten Gesundheitschecks ohne ärztliche Einbindung »erhebliche Risiken für Patientinnen und Patienten« dar, so Reinhardt.