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Pädiatrie
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Digital für die Klein(st)en

Papierloses Arbeiten in deutschen Krankenhäusern ist bislang eine Zukunftsvision. Es gibt jedoch vielversprechende Modellprojekte, die die Digitalisierung vorantreiben sollen. Eines davon ist das »Kinder Tele-Intensivnetzwerk Sachsen«. Fachkrankenschwester Bianka Rösner von der Berliner Charité stellte es beim ADKA-Jahreskongress vor.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 16.05.2024  16:20 Uhr

»Wir haben in Kliniken ganz viele Prozesse, die digital sein könnten – es aber nicht sind«, bedauerte die  Fachkinderkrankenschwester für pädiatrische Intensivpflege die digitale Rückständigkeit Deutschlands im Seminar »Eines für alle, alles mit Einem? - Digital in der Pädiatrie«. Nach dem Electronic Medical Records Adoption Modell (EMRAM), das den Digitalisierungsgrad in Kliniken mit einer Stufe zwischen 0 (keine Digitalisierung) und 7 (papierlos) bewertet, erreiche Deutschland lediglich einen Durchschnittswert von 2,3 – mit keinem einzigen Krankenhaus der Stufe 7.

Als Gründe für die digitale Stagnation vermutet Rösner die mangelnde Investitionsbereitschaft, Datenschutzbedenken, benutzerunfreundliche IT-Systeme und einen langsamen Breitbandausbau. Wie es jedoch besser gehen kann, stellte sie am Beispiel des Modellprojekts »Kinder Tele-Intensivnetzwerk Sachsen« vor.

Dieses zielt darauf ab, die stationäre Kindernotfallversorgung zu optimieren. Der Initiator – die pädiatrische Intensivstation der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden – und 17 Partnerkliniken bilden dabei ein Netzwerk. Einer der zentralen Bausteine des Projekts ist das Telemedizin-Netzwerk, das es den Partnerkliniken ermöglicht, rund um die Uhr auf die Expertise pädiatrischer Intensivmediziner aus dem Uniklinikum Dresden zuzugreifen.

Über telemedizinische Technologien können sie miteinander zum Beispiel das individuelle Krankheitsbild eines Kindes besprechen und unter der Einbeziehung von Labor- und Vitaldaten sowie bildgebenden Verfahren diagnostische und therapeutische Schritte vereinbaren. Ferner können telemedizinische Verlaufsvisiten durchgeführt werden, um eine kontinuierliche Betreuung sicherzustellen und das Kind gegebenenfalls in einer wohnortnahen Klinik weiterbehandeln zu können.

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