| Melanie Höhn |
| 18.03.2026 15:45 Uhr |
Wenn es um Zivil- und Katastrophenschutz geht, sei dieser vor dem Hintergrund der Aufgaben von Bund, Ländern, Apotheken, Großhandel und Streitkräften nicht die »Spielwiese der Streitkräfte«, sagte Oberstapotheker Bernd Klaubert, Leitender Apotheker und Inspizient Wehrpharmazie der Bundeswehr in Bonn. Die Streitkräfte seien für »Krise und Krieg« vorhanden und müssten im »Verteidigungs- und Kriegsfall durch den zivilen Bereich mit Arzneimitteln versorgt werden. »Das ist ein ganz wichtiger Punkt«, so Klaubert. Erkannt hätten dies insbesondere die Krankenhausapotheken, diese seien schon weit voraus und hätten auch das Militär mitgedacht.
Zudem betonte er, dass die Bundeswehr zentrale Arzneimittel bei der Industrie beschaffe, Ansprechparnter sei zunächst nicht der Großhandel. Damit würden dann die Sanitätsmateriallager befüllt und von dort beginne »die Kaskade über die Bundeswehrapotheken bis zu den Soldatinnen und Soldaten«. Die Bundeswehr habe die Möglichkeit, auch Arzneimittel einzusetzen, die das Verfallsdatum bereits erreicht haben. Dort gibt es eine Arzneimittelgesetz-Zivilschutzausnahmeverordnung.
Für Claus Michelsen, Geschäftsführer Wirtschaftspolitik des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), geht es vor allem um die Frage, wie ein zukunftsfestes und resilientes Gesundheitswesen organisiert werden kann und wie es schaffbar ist, dass die Wertschöpfung in Deutschland stattfindet.
Zwei Pole würden Europa derzeit vor enorme Herausforderungen stellen: einerseits China, andererseits die USA mit der Trump-Administration. »Wenn wir nicht aufpassen, werden wir zwischen diesen beiden großen Polen ziemlich zerrieben«, warnte Michelsen.
China habe sich von einem von einem »wissenschaftlichen Nobody« hin zu einem globalen Führer der Technologieentwicklung entwickelt. Noch Anfang der 2000er-Jahre habe das Land über kein einziges Patent im Biotech-Bereich verfügt. Inzwischen habe sich das Blatt gewendet: »Wir sehen, dass China insgesamt mehr patentiert als der Rest der Welt zusammen«, so Michelsen. Nur wenige Unternehmen könnten inzwischen auf China als Innovationskooperationspartner verzichten. »Das ist etwas, worauf wir uns einstellen müssen in der Konkurrenz der Standorte«, erklärte er.