Kurz nach dem Beschluss gab es prominenten Applaus aus dem Bundesgesundheitsministerium: Minister Lauterbach meldete sich am gestrigen Donnerstag via Twitter zu Wort und erklärte: »Mit der Wissenschaft werden Pandemien bekämpft und Krankheiten geheilt. Wir brauchen mehr Wissenschaft in der Behandlung, nicht weniger. Die Homöopathie hat keinen Platz in der modernen Medizin.« Dass Lauterbach der Homöopathie gegenüber kritisch eingestellt ist, ist schon länger klar. Schon in der vergangenen Legislaturperiode hatte der SPD-Politiker erklärt, dass er die Erstattung im Rahmen der Satzungsleistungen kritisch sehe – auch solche Leistungen müssten wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll sein, so Lauterbach damals. Beifall gab es damals ebenfalls von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). KBV-Chef Gassen sagte 2019 in einem Interview, dass die Solidargemeinschaft nicht dafür aufkommen dürfe.
Mit der Wissenschaft werden Pandemien bekämpft und Krankheiten geheilt. Wir brauchen mehr Wissenschaft in der Behandlung, nicht weniger. Die Homöopathie hat keinen Platz in der modernen Medizin. https://t.co/YHcYUZfBQS
— Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) March 24, 2022
Sollte Deutschland die Homöopathie-Erstattung verbieten, würde es dem Vorbild Frankeich folgen. Unser Nachbarland hatte 2019 entschieden, die Kassen-Erstattung in mehreren Schritten zurückzufahren, seit dem vergangenen Jahr gibt es gar keine Homöopathie-Verträge mehr in Frankreich. Ex-Minister Jens Spahn (CDU) hatte sich danach jedoch gegen eine Streichung der Erstattung ausgsprochen.