| Laura Rudolph |
| 20.01.2026 11:00 Uhr |
Trotz Basismedikation komme es immer wieder vor, dass Herzinsuffizienz-Patienten wegen einer Dekompensation erneut im Krankenhaus vorstellig werden. »Fast jeder zweite Patient wird innerhalb von 60 Tagen erneut hospitalisiert.«
Reicht die Basismedikation nicht aus, kann sie erweitert werden. Beispielsweise durch Schleifendiuretika. »Sie gehören aus meiner Sicht aber nicht in die Dauermedikation«, schränkte der Arzt ein, da sie die Nierenfunktion verschlechtern.
Als relevanter erachte Bonaventura den Zusatz von intravenösem Eisen (bei Eisenmangel) oder Vericiguat, einem Stimulator der löslichen Guanylatcyclase, was in der Praxis aber bislang nur selten bis sehr selten umgesetzt werde. »Ich gehe davon aus, dass dieser Ansatz an Bedeutung gewinnen wird«, so der Referent.
Abseits der Pharmakotherapie befinden sich derzeit smarte Technologien in der Entwicklung, um das Fortschreiten einer HI zu überwachen. So stellte der Arzt etwa ein System zur Fernüberwachung von Patienten mit schwerer Krankheitsform vor: ein winziger Sensor, der in die Lungenarterie implantiert wird und dort den Druck misst sowie frühzeitig Anzeichen einer Verschlechterung erkennt, bevor Symptome auftreten. Die Daten können drahtlos an Ärzte übermittelt werden.
Außerdem arbeite ein Start-up derzeit an einer App, die eine Dekompensation anhand der Stimme des Patienten erkennen soll. Man könne also gespannt sein, wie sich der Markt in den kommenden Jahren erweitere.