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Pyrotechnik im Vatikan
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Die Chemie hinter dem weißen und schwarzen Rauch 

Viele Blicke waren diese Woche auf den Schornstein der Sixtinischen Kapelle in Rom gerichtet, um Rauchsignale zu entdecken, die den Ausgang der Papstwahlen angeben. Doch was steckt chemisch hinter diesem symbolträchtigen Moment? Ein Blick auf die Schnittstelle von Glauben, Geschichte und moderner Pyrotechnik.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 08.05.2025  18:00 Uhr
Die Chemie hinter dem weißen und schwarzen Rauch 

Rund 1,4 Milliarden Katholiken und Katholikinnen weltweit warten gespannt auf ein neues Kirchenoberhaupt. Dazu haben sich am Mittwoch 133 Kardinäle zum Konklave zurückgezogen, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit (Extra omnes!) aus ihren Reihen einen neuen Papst zu wählen.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit Tausender Gläubiger, die sich in diesen Tagen auf dem Petersplatz in Rom versammelt haben, steht ein eher unspektakulär aussehender Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle. Über diesen Schornstein wird der Ausgang eines jeden Wahlgangs in Form eines Rauchsignals kommuniziert.

Steigt schwarzer Rauch auf, wurde eine erforderliche Mehrheit nicht erreicht. Steigt jedoch weißer Rauch auf, signalisiert dieses Zeichen »Habemus Papam«, die Kirche hat einen neuen Papst. Hierzu wurden traditionell die Stimmzettel verbrannt, die entweder mit feuchtem Stroh (weiß) oder mit Pech beziehungsweise Ruß (schwarz) vermischt wurden. 

Rauchsignal bei Benedikts Papstwahl nicht eindeutig

Diese Form einer archaischen Kommunikation hat allerdings nicht immer geklappt. Im Jahr 2005 beim Konklave zur Wahl von Papst Benedikt XVI. stieg nach einem Wahlgang ein weder eindeutig schwarzer noch eindeutig weißer Rauch auf – eine Katastrophe für die ungeduldig wartenden Gläubigen am 19. April 2005.

Es sollte weißer Rauch aufsteigen, da Joseph Ratzinger zum Papst gewählt worden war. Tatsächlich war der Rauch aber zunächst dunkelgrau bis bräunlich gefärbt, was von vielen Beobachtern als schwarzer Rauch interpretiert wurde. Erst Minuten später erklangen die Glocken des Petersdoms, die die Wahl von Papst Benedikt XVI. bestätigten.

Heute geht man solche Risiken nicht mehr ein. Stattdessen liegen nun chemische Kartuschen bereit, die elektrisch gezündet werden. Diese gewährleisten zuverlässige und sichere Rauchsignale.

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