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ABDA-Hauptgeschäftsführerin
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»Die 9,50 Euro stehen an der Türschwelle«

Bei der gestrigen Sitzung der Delegiertenversammlung der Apothekerkammer Berlin zog ABDA-Hauptgeschäftsführerin Franziska Erdle eine erste Bilanz ihrer bisherigen Arbeit und gab zugleich einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 25.03.2026  12:00 Uhr
»Die 9,50 Euro stehen an der Türschwelle«

Rückblickend zeigte sich Erdle zufrieden mit dem bisher Erreichten, insbesondere mit Blick auf die jüngsten Proteste: Diesen seien »extrem gut gelückt« und gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen habe man es geschafft, ein »deutliches Zeichen« zu setzen. Auch die mediale Resonanz sei außergewöhnlich stark gewesen; alle großen Leitmedien hätten berichtet.

Gleichzeitig machte die ABDA-Hauptgeschäftsführerin deutlich, dass sie ihre Aufgabe als langfristigen Veränderungsprozess versteht. Es zeichne sich bereits ab, dass sich etwas bewege, doch dieser Wandel sei als »Reise« zu begreifen. Für ihre Arbeit habe sie klare Prioritäten gesetzt: Im ersten halben Jahr stehe das

Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) im Mittelpunkt. »Das ist mein kalter Sprung ins Wasser. Es ist eine wahnsinnig spannende Zeit«, sagte sie. Aktuell liefen hierzu die Berichterstattergespräche im Bundestag.

»Ich glaube, wir sind genau richtig im Timing«

Um politisch Einfluss zu nehmen, habe die ABDA in den vergangenen Monaten ein breites Spektrum an Maßnahmen realisiert. Politische Gespräche und Formate seien umgesetzt worden, Stellungnahmen zum Referentenentwurf, zum Kabinettsbeschluss und zur Gegenäußerung des Bundesrats sowie Prüfbitten wurden geschrieben. Zudem seien Vorschläge für Änderungsformulierungen im Gesetz formuliert und eine Kampagne aufgesetzt worden, »um einen Kommunikationsteppich« zu erschaffen, so Erdle.

»Man muss Druck erzeugen, damit Politik sich bewegt. Den maximalen Peak-Point des Druckes haben wir erreicht mit dem Protesttag«, betonte sie. »Ich glaube, wir sind genau richtig im Timing, weil wir genau in der entscheidenden Phase des Bundestages sind.« Es sei jedoch ein »komplett volatiles politisches Verfahren«, das sich jederzeit ändern könne.

Beim Thema Packungsfixum müsse abgewartet werden, sagte Erdle, sie sei aber guter Dinge. »Jetzt muss erst einmal die Finanzkommission Gesundheit ihre Ergebnisse vorlegen, vorher wird nichts passieren.« Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) habe aber durchblicken lassen, dass die Verordnung schon in der Ressortabstimmung sein soll, erklärte sie. Bei der Verhandlungslösung sei auch erreicht worden, dass eine jährliche und keine »regelmäßige« Verhandlung stattfinden soll. »Die 9,50 Euro stehen an der Türschwelle«, betonte Erdle. »Wir haben beim ApoVWG schon einiges erreicht.« 

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