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Konferenz in Berlin
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Deutschland unterstützt ukrainisches Gesundheitswesen 

Anlässlich der »Ukraine Recovery Conference« in Berlin haben Deutschland und die Ukraine eine engere Kooperation im Gesundheitswesen vereinbart. Die Bundesrepublik verspricht dem angegriffenen Land Hilfen in Höhe von 100 Millionen Euro. 
AutorKontaktPZ
Datum 12.06.2024  11:24 Uhr

Deutschland und die Ukraine setzen ihre Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich weiter fort. Das ist eines der zentralen Themen der Ukraine Recovery Conference (11. und 12. Juni) in Berlin, die dem langfristigen Wiederaufbau der Ukraine in Folge des russischen Angriffskriegs gewidmet ist. Insgesamt gibt es seitens der Bundesregierung finanzielle Zusagen in Höhe von rund 100 Millionen Euro, vor allem für den Bereich der mentalen Gesundheit.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte dazu: »Putins mörderischer Angriffskrieg fordert nicht nur viele Menschenleben und unzählige Verletzte. Das andauernde Leid, der Verlust von Angehörigen und die dramatischen Erfahrungen traumatisieren ganze Generationen. Es gibt Kinder in der Ukraine, deren erste Erinnerung das Einschlagen von Bomben ist.« Die Bundesregierung unterstütze daher das ukrainische Gesundheitswesen in allen Bereichen, insbesondere bei der mentalen Gesundheit. 

Zahl der Verletzten steigt jeden Tag

Lauterbachs ukrainischer Amtskollege Viktor Liashko bedankte sich für die angekündigte Unterstützung und erklärte: »Der anhaltende Krieg stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Die Zahl der Ukrainerinnen und Ukrainer, die sowohl sichtbare als auch unsichtbare Verletzungen davontragen, nimmt mit jedem Tag zu. Dies hat Auswirkungen auf das seelische Wohlbefinden von Militär und Zivilbevölkerung.« Der Staat müsse eine wirksame Antwort auf diese Herausforderungen geben und die Bedingungen dafür schaffen, den Menschen jegliche Möglichkeiten für eine nachhaltige Genesung zu eröffnen. Das betreffe laut Liashko die physische und die psychische Gesundheit. 

Die Forschung habe gezeigt, dass der Krieg nicht nur die Menschen in den Konfliktgebieten betreffe, sondern weitreichende Folgen habe: »Die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bekommt jeder zweite Mensch auf der Welt zu spüren; die Auswirkungen der bewaffneten Konflikte im letzten Jahrhundert jeder dritte. Daher gehört das seelische Wohlbefinden zu den Kernaspekten der weltweiten Bevölkerungsgesundheit«, so der ukrainische Gesundheitsminister. 

Die Unterstützung der Ukraine durch die deutsche Bundesregierung umfasst insbesondere folgende Projekte:

  • 65 Millionen Euro für mentale Gesundheit und psychosoziale Unterstützung
  • 12 Millionen Euro für Klinikpartnerschaften, insbesondere für die telemedizinische Versorgung ukrainischer Patientinnen und Patienten
  • 20 Millionen Euro für auf Frauen spezialisierte Gesundheitseinrichtungen
  • Etablierung rechtlicher Grundlagen für internationale Telemedizinprojekte

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erklärte, dass diese Unterstützung durch finanzielle Zusagen weiterer internationaler Partner ergänzt würde. 

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