Selbst in der jüngsten untersuchten Altersgruppe – den unter 30-Jährigen – arbeite nur etwa die Hälfte des Apothekenpersonals in Vollzeit, berichtet die Treuhand Hannover. / © Getty Images/Catherine Delahaye
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber betrachten den Teilzeit-Trend wohl mit gemischten Gefühlen: Einerseits verschärft er, auch in Apotheken, den ohnehin dramatischen Personalmangel. Andererseits bedeutet Teilzeitarbeit für viele einen Gewinn an Lebensqualität. Mit dem Trend und dessen Folgen für die Arbeitsorganisation in der Apotheke beschäftigt sich der »Apothekenmonitor 2025« der Treuhand Hannover.
Anlass genug für die Studie gibt es, denn ihr zufolge arbeitet selbst in der jüngsten untersuchten Altersgruppe – den unter 30-Jährigen – nur etwa die Hälfte des Apothekenpersonals in Vollzeit (38 bis 40 Wochenstunden). Mit zunehmendem Alter sinkt diese Quote obendrein – nur noch ein Fünftel arbeitet demnach ab 40 Jahren noch in Vollzeit. »Die Botschaft: Teilzeit wird zum Standard – und das über alle Berufsgruppen hinweg«, schreibt die Treuhand in einer Mitteilung.
Die Studie ergab auch, dass die durchschnittliche Zahl der Wochenarbeitsstunden mit dem Alter kontinuierlich sinke – eine weitere Herausforderung vor dem Hintergrund, dass gerade erfahrene Teamkolleginnen und -kollegen für viele Apotheken wichtige Arbeit im Handverkauf, in der Rezeptur oder in der Beratung komplexer Fälle leisteten.
Der Teilzeittrend stelle die Apothekenleitungen vor die Herausforderung, den Teams ausreichend Flexibilität beim Arbeiten zu ermöglichen und gleichzeitig etwaige Personalengpässe und höheren Koordinationsaufwand zu managen. »Einen klaren Impuls« formuliere die Studie diesbezüglich, schreibt die Treuhand.
Konkret schlägt die Studie vor, die Dienstplanung zu modernisieren. Wichtig seien Transparenz und die Nutzung digitaler Möglichkeiten, um den Aufwand zu reduzieren und die Planung für alle zu vereinfachen. Die Studie empfiehlt Inhabenden zudem, das eigene Mindset aufzufrischen: Teilzeitkräfte sollten nicht als Störfaktoren, sondern als Chance einer modernen Arbeitskultur betrachtet werden. Lösungen sollten im Team und nicht »von oben herab« ausgearbeitet werden.
Expertise und Erfahrung der älteren Mitarbeitenden sollten wertgeschätzt werden. Reduzierte Arbeitszeiten im höheren Alter seien realistisch und nachvollziehbar. Aufgabenrotation könne zur Entlastung beitragen, ebenso ergonomische Arbeitsplätze.