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Heißer Herbst
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Der November wird Protestmonat

Nach der Rede von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach beim Deutschen Apothekertag wurde das Programm der Veranstaltung kurzerhand geändert. Statt des Berichts des ABDA-Hauptgeschäftsführers diskutierte der Berufsstand Lauterbachs Worte und besprach das weitere Vorgehen. Deutlich wurde: Lauterbach muss sich auf einen »heißen Herbst« gefasst machen.
AutorKontaktAnnette Rößler
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 27.09.2023  18:20 Uhr

Zeitgleich zur Rede des Bundesgesundheitsministers lief bei den Zuhörenden eine Umfrage, wie sehr sie mit den Worten des Ministers einverstanden sind – oder sollte man gleich sagen, wie wenig? Die Note, die der Minister erhielt, würde in der Schule stark die Versetzung gefährden oder diese unmöglich machen. Ein klares Votum erbrachte die Umfrage auch bei der Frage, ob man in Anbetracht der gegenwärtigen Situation weitere Protestaktionen der Apotheken unterstützen würde: 99,6 Prozent waren dafür. 

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening umriss daher in der anschließenden Diskussion zunächst die Pläne der ABDA für weitere Protestaktionen. Sie kündigte an: »Der November wird Protestmonat werden.« Deutschland werde in vier Bereiche aufgeteilt: Norden, Osten, Süden und Westen. Beginnend mit dem 8. November sollen die Apotheken dann immer mittwochs in der jeweiligen Protestregion geschlossen haben. Zudem sei dann in der Metropole der jeweiligen Region eine Kundgebung geplant. »Das Ende des Protestmonats wird dann in Berlin mit einer hoffentlich großen Kundgebung am 29. November sein«, sagte Overwiening.

Thomas Rochell, Vorsitzender der Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, betonte in der Diskussion: »Wir haben dem Minister im Vorfeld sechs Fragen gestellt, die er allesamt nicht beantwortet hat. Er hat auch die Fragen, die wir ihm nach seinem Statement gestellt haben, nicht wirklich beantwortet. Wir müssen ihn deshalb zur Rede stellen.« Der Hinweis auf den Protestmonat November sei daher wichtig.

Dr. Wolfgang Graute, ebenfalls aus Westfalen-Lippe, analysierte das Lauterbachsche Vorgehen folgendermaßen: »Wir müssen aufpassen, dass wir dem Minister nicht auf den Leim gehen. Er hat die Nachricht an die FAZ durchgestochen, das ist doch klar. Jetzt hat er es geschafft, dass wir uns darüber sehr echauffiert haben, statt uns darum zu kümmern, was eigentlich wichtiger ist, nämlich eine gut ausgestattete Apotheke mit guter Honorierung. Wir müssen auf dem Weg bleiben und uns um unsere Honorierung kümmern. Jetzt ist nicht mehr die Zeit für irgendwelche Postkärtchen.«

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