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Stimmungsbarometer
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Der Einfluss des E-Rezepts auf den OTC-Markt

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und das Netzwerk LOGE8, ein Zusammenschluss von Expertinnen und Experten der Gesundheitswirtschaft, haben eine Befragung durchgeführt. Zwischen Bequemlichkeit, Vertrauen und digitalem Wandel offenbart die Studie, wo Chancen und Herausforderungen für Apotheken, Hersteller und Verbraucher liegen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 08.10.2025  10:00 Uhr

Das aktuelle Stimmungsbarometer zeigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten eher kein OTC-Arzneimittel erwerben, wenn sie ein E-Rezept einlösen. Dies gilt gleichermaßen für die Apotheke vor Ort (81 Prozent) sowie für den Online-Versandhändler (86 Prozent). Im Vorjahr haben noch 43 Prozent zusätzliche OTC-Arzneimittel in der Vor-Ort-Apotheke und 37 Prozent beim Online-Versandhändler eingekauft.

82 Prozent der Apotheken sind der Ansicht, dass ihre Kundinnen und Kunden beim Einlösen eines E-Rezepts auch ein verschreibungsfreies Arzneimittel der Selbstmedikation kaufen. Mit Blick auf die Online-Versandhändler gehen 69 Prozent der Apotheken davon aus, dass Konsumentinnen und Konsumenten beim Einlösen eines E-Rezepts ein OTC-Produkt zusätzlich mitkaufen.

»Die Zahlen überraschen nicht. Aus Industriesicht müssen wir uns hier selbst an die eigene Nase fassen: Braucht es auch von unserer Seite vielleicht ein neues Angebot der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Apotheke?«, fragt Adam Faßbender, stellvertretender Vorsitzender beim BPI.

Persönliche Beratung: der wichtigste Grund für Apotheken

Die Umfrage zeigt, dass 85 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten ihr E-Rezept in der Apotheke vor Ort einlösen, während etwa 10 Prozent dies bei einem Online-Versandhändler tun. Weitere 4,8 Prozent lösen es in der App ihrer Apotheke vor Ort ein.

Die Ergebnisse, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehrere Angaben machen konnten, zeigen außerdem, dass die Mehrheit die Apotheke vor Ort bevorzugt, weil sie das Apothekenteam gut kennt (59 Prozent). Jeweils 36 Prozent gaben an, dass die Apotheke sie als Patientin beziehungsweise Patient gut kennt und dass sie ihre Arzneimittel sofort erhalten. 37 Prozent gaben an, dass sie die Apotheke vor Ort wegen der guten Beratung zu Arzneimitteln und Gesundheitsfragen bevorzugen.

79 Prozent der Apotheken sind der Ansicht, dass Patientinnen und Patienten sie wegen der guten Beratung bevorzugen. Weitere 76 Prozent denken, dass Patientinnen und Patienten sie bevorzugen, weil sie ihre Arzneimittel sofort bekommen, und 60 Prozent, weil sie das Apothekenteam persönlich kennen. Die Hersteller wiederum haben mit 73 Prozent die sofortige Verfügbarkeit der Arzneimittel als ersten Grund genannt. Auch hier gehen 68 Prozent als Grund davon, dass die Patientinnen und Patienten das Apothekenteam persönlich kennen.

»Das große Learning aus unserer Umfrage ist, dass das Potenzial der Kernkompetenzen der Apotheke nicht ausgeschöpft wird: Die Nähe zum Kunden, die individuelle Beratung, der direkte Kontakt bietet so viel Spielraum für die Apotheke, sich besser zu positionieren. Hier braucht es offenbar neue Angebote in der Kundenkommunikation«, sagt Vanessa Conin-Ohnsorge, Geschäftsführerin des Pharmaunternehmens »IDV GmbH Bodenheim« und Mitglied der LOGE8.

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