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Protestaktion in Hannover
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Den Apotheken geht die Puste aus

Kurz vor dem bundesweiten Apotheken-Protesttag am 14. Juni haben die niedersächsischen Apotheken heute eine lang geplante kreative Aktion mit Musik in Hannovers Zentrum durchgeführt.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 12.06.2023  18:00 Uhr
Lieferengpässe als Aufhänger und Türöffner

Lieferengpässe als Aufhänger und Türöffner

Auch in Hannovers Fußgängerzone werben die Apotheken um Unterstützung. »Als Apothekerinnen und Apotheker suchen wir für Sie, unsere Patientinnen und Patienten, Lösungen bei Arzneimittel-Lieferengpässen, damit Ihre Therapie nicht unterbrochen wird – aber uns geht die Puste aus«, griff Cordula Maring-Nöh, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, das Motto der Kundgebung auf. 

Die Veranstaltung war bereits seit März geplant – lange vor Bekanntgabe des bundesweiten Protesttags – und mit Bedacht gewählt. Denn parallel fand im weit entfernten Berlin die Anhörung im Gesundheitsausschuss zum sogenannten Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) statt, dass den Apotheken nach bisherigem Wortlaut laut ABDA kaum helfen wird, die Lieferengpässe flexibler managen zu können, geschweige denn den tatsächlichen Aufwand von bis zu zehn Stunden zusätzlicher Arbeit pro Woche pro Apotheke auszugleichen. 

»Die Politik hat zu lange weggeschaut«

»Die Politik hat zu lange weggeschaut«, kritisiert Kammerpräsidentin Burs. »Dieses Gesetz ist sehr wichtig und lange überfällig.« Allerdings enthalte es keine praxistauglichen Maßnahmen, weder um die Ursachen der Lieferengpässe zu beseitigen, noch um die Abläufe in den Apotheken zu vereinfachen.

»Wir brauchen von der Politik mehr Vertrauen und Anerkennung für unsere Leistungen und Unterstützung für unseren wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung«, forderte Burs unter Applaus und Trillerpfeifen. »Herr Lauterbach, sorgen Sie dafür, dass wir Apothekerinnen und Apotheker auch in Zukunft Arzneimittel unkompliziert austauschen dürfen, um überhaupt die Patienten versorgen zu können!«

Apotheken brauchten jetzt mehr Entscheidungskompetenz, ein Verbot von Null-Retaxationen aufgrund von Formfehlern, eine faire Vergütung und eine nachhaltige Gesetzgebung, »die die Qualität und Sicherheit der Arzneimittel gewährleistet, unsere Leistungen in den Apotheken angemessen honoriert und die Zukunft der Apotheken vor Ort sichert«.

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