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Gastbeitrag
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Demenz – die Bedeutung von Apotheken und Kommunen

Wie kann älteren Menschen mit dementiellen Erkrankungen und ihren Angehörigen besser geholfen werden? Diese Frage stand im Zentrum der diesjährigen Online-Fachtagung Sozialpharmazie der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen und des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen 18./19. November 2020. 
AutorKontaktUdo Puteanus
Datum 25.11.2020  07:00 Uhr

Pflege braucht pharmazeutische Unterstützung

Pflegefachkräfte haben eine zentrale Stellung bei der Versorgung der Demenzerkrankten. Sie müssen nicht nur eine humane Pflege gewährleisten, was vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels schon schwierig genug sei, so Thomas Klatt vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Universität in Halle. Sie hätten zudem eine zentrale Funktion beim Medikationsmanagement. Aufgrund der oftmals vorherrschenden Multimorbidität der Betroffenen sei sehr genau darauf zu achten, welche gesundheitlichen Verschlechterungen möglicherweise auf Arzneimittel zurückzuführen seien. Um diese Aufgabe besser erfüllen und bei erkennbaren Verschlechterungen eingreifen zu können, brauchen Pflegefachkräfte nach Klatt eine permanente Fortbildung und einen schnellen Zugang zu Ärzten und zu Apothekern. Deshalb sei eine engere Vernetzung notwendig. Apotheker in Heimen oder auch in Arztpraxen, wie es in England praktiziert werde, seien für ihn durchaus eine Perspektive.

Die Kommune ist die wesentliche Ebene, auf der Strukturen geschaffen werden können, die für die älteren, multimorbiden Menschen lebenswichtig sind; so steht es im 7. Deutschen Altenbericht der Bundesregierung, und so ist auch die Auffassung vieler kommunaler Vertreter. Karl-Heinz Grimm, Mitarbeiter des Gesundheitsamts des Kreises Heinsberg und Koordinator für euregionale Zusammenarbeit, zeigte in seinem Beitrag auf, was möglich ist. Positive Folgen können erwartet werden, wenn in Ortschaften und städtischen Quartieren strukturelle Voraussetzungen geschaffen werden, wie sie in wissenschaftlich begleiteten Projekten, zum Beispiel den seniorenfreundlichen Gemeinden in der Euregio Maas-Rhein, erprobt wurden. Dabei werden auch die existierenden Netzwerke wie die Kommunale Gesundheitskonferenz des Kreises Heinsberg eingebunden.

Medikationsplan muss gemeinsam gelebt werden

Markus Grief, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand der Wirtschaftsinformatik der RWTH Aachen, wurde ganz konkret. Er zeigte auf, wie im Rahmen des wissenschaftlichen Ansatzes »Learning Community« der Erfolg des Medikationsplans erhöht werden kann, wenn alle relevanten Medikationsdaten professions- und sektorübergreifend verfügbar werden. Es komme darauf an, nicht nur das Werkzeug Medikationsplan zur Verfügung zu stellen, noch wichtiger sei es, eine neue Qualität in der Zusammenarbeit der an Medikationsprozessen beteiligten Akteure zu erreichen.

Es komme darauf an, die Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als eine gemeinsame Aufgabe anzusehen. Insbesondere die bisher zu wenig genutzten Potenziale der Apotheker sowie die nicht ausreichend aufgegriffenen Ressourcen und Wünsche der Patienten sollten mehr Berücksichtigung finden, wie Grief bei der Vorstellung der bisherigen Ergebnisse des Learning Community-Prozesses erläuterte. Die aktive Beteiligung von Patienten bei der Aktualisierung von Medikationsdaten sei beispielsweise eine gute Möglichkeit, neben der Verbesserung der Medikationsdaten auch eine bessere Adhärenz beim Patienten zu erreichen.

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