Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Soziale Medien
-
Debatte um Sicherheitslücken bei Gematik-Spezifikation

In den Spezifikationen der Gematik zu Card Link gibt es offenbar widersprüchliche technische Vorgaben für die Entwickler. Wie ein Anbieter betont, verstoße die Gematik damit gegen ihre eigenen Sicherheitsanforderungen. In der Risikoeinschätzung sind sich die Entwickler nicht einig, das zeigt ein Schlagabtausch in den sozialen Medien.  
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 10.06.2024  13:42 Uhr
Debatte um Sicherheitslücken bei Gematik-Spezifikation

Sind die Card-Link-Spezifikation der Gematik fehlerhaft oder gar widersprüchlich? Dazu hat sich am Wochenende eine rege Diskussion über einen PZ-Beitrag in den sozialen Medien entsponnen. Begonnen hatte den Austausch bei Linked-In Detlef Hühnlein, Chef der IT-Firma Ecsec, der mit seinem Projekt »Epotheke« einen Card-Link-Dienst gemäß der Spezifikation der Gematik betreibt und derzeit noch auf die Zulassung wartet.

Eine Branchenlösung für die Apotheken steht bekanntlich noch aus, die Versender hingegen können schon loslegen – Doc Morris und Shop Apotheke haben ihre Angebote bereits gelauncht.

Card-Link in der Fläche interoperabel zu ermöglichen, das haben sich Hühnlein und seine Mitstreiter, etwa Manuel Blechschmidt, Chef des Unternehmens Service Health ERx, in einer Card-Link-Taskforce auf die Fahnen geschrieben. In den laufenden Zulassungsverfahren machte Hühnlein nun ein massives Problem mit der Spezifikation aus und warnte gegenüber der PZ vor Sicherheitslücken in der technischen Architektur.

So fänden sich dort teils sich ausschließende Schemata, die aber alle erfüllt werden müssten – und dadurch letztlich ein Sicherheitsproblem darstellten. Hier müsse die Gematik dringend eine korrigierte Spezifikation nachlegen, forderte Hühnlein.

Carlos Thees, Geschäftsführer des Apothekenrechenzentrums (ARZ) Darmstadt, zeigt sich bei Linked-In besorgt über die offensichtlichen Mängel. »Kann es wirklich sein, dass wir ein Verfahren mit einer fehlerhaften oder widersprüchlichen in Produktion haben?«, fragt er. Das klinge für ihn »krass«. Oder sei es nur eine »Kleinigkeit«? Hierzu würde ihn die Meinung Blechschmidts interessieren.

Dieser meldete sich prompt zu Wort und betonte, dass es bei der Spezifikation durchaus Verbesserungsmöglichkeiten gebe, aber so gut wie jede Spezifikation biete Interpretationsspielräume und eine technische Eindeutigkeit könne nicht immer erreicht werden, wenn sie auch wünschenswert sei. Wichtige sei aber die schnelle Umsetzung. Hier hätten alle Beteiligten »einen tollen Job gemacht«.

Mehr von Avoxa