| Alexandra Amanatidou |
| 30.03.2026 10:30 Uhr |
»Wir versuchen natürlich immer, mit vielen guten Argumenten an die Sache heranzugehen«, erzählt Anke Rüdinger, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, über die Verhandlungen mit den Krankenkassen. / © PZ/ Alois Mueller
Ob Rahmenvertrag, pharmazeutische Dienstleistungen oder Hilfstaxe – der Deutsche Apothekerverband (DAV) muss sich immer wieder mit den Vertretern des GKV-Spitzenverbands zusammensetzen. Wie solche Gespräche ablaufen, darüber berichtete die stellvertretende DAV-Vorsitzende beim PZ-Managementkongress.
Es gibt feste Termine der Verhandlungskommission und des Hauptamtes mit dem GKV-Spitzenverband, sogenannte Jour-Fixes, aber auch Verhandlungen für einzelne Themen. Seit der Corona-Pandemie finden viele Verhandlungen allerdings ausschließlich online statt.
Rüdinger sieht zwar den pragmatischen Punkt, findet es aber dennoch unglücklich, dass man in Verhandlungen nicht zwischendurch mal kurz vor die Tür gehen kann. Für die Apothekerin ist ein persönlicher Kontakt nach wie vor notwendig. »Es ist extrem wichtig, auch mal miteinander Mittagessen zu gehen und eine persönliche Bindung aufzubauen. Das schafft eine ganz andere Atmosphäre in den Verhandlungen.«
Die Apothekerin verriet, dass sie und ihre Kolleginnen und Kollegen gut vorbereitet und mit definierten Schwerpunkten in die Runden gehen. So müssten manche Punkte unbedingt thematisiert werden, während andere wegfallen könnten. »Manchmal ist es wie auf einem Basar«, sagt sie und fügt hinzu: »Wir versuchen natürlich immer, mit vielen guten Argumenten an die Sache heranzugehen.«
»In der Regel ist es schon sehr schwierig«, räumte Rüdinger mit Blick auf die Atmosphäre ein. »Verhandlungen sind Verhandlungen.« Dennoch wollen auch die Krankenkassen ihre Punkte durchkriegen und am Ende müsse man einen Kompromiss finden.
Um bei den Verhandlungen gut vorbereitet zu sein, erhalten alle Neueinsteiger ein Verhandlungstraining. »Auch die Hauptämter, die dafür verantwortlich sind, werden immer wieder geschult«, so Rüdinger. Letztendlich sei es aber auch Erfahrungssache.
Das Publikum interessierte sich besonders für ein Thema: die anstehenden Honorarverhandlungen. Diese sollen gemäß der Reformpläne von Ministerin Nina Warken künftig jährlich zwischen den Krankenkassen und der Apothekerschaft stattfinden, ähnlich wie bei der Ärzteschaft. »Damit wird das Verhandeln zu einer Daueraufgabe«, so Rüdinger. Möglicherweise werde eine Kommission gegründet, die »eigentlich keine andere Aufgabe haben wird, als mit den Krankenkassen zu verhandeln«. Zwei Stellen seien bereits ausgeschrieben.
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