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LAV Sachsen-Anhalt
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Das sind die Details der Verbände-Fusion

Das Jahr 2025 steht im Zeichen der Fusion. Wie weit die Vorbereitungen für einen gemeinsamen Mitteldeutschen Apothekerverband sind, war Thema bei der Mitgliederversammlung des LAV Sachsen-Anhalt am Donnerstagabend in Magdeburg. Demnach sieht es gut aus, dass bereits im nächsten Herbst alles unter Dach und Fach sein könnte.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 08.11.2024  09:54 Uhr

Vertretbare Risiken

Zu berücksichtigen war laut Weidemann ebenfalls, ob bei den drei LAVen Verluste auf Ebene der Tochtergesellschaften anfallen oder ob Umsatzsteuer, Gewerbesteuer oder Schenkungssteuer größere Hindernisse darstellen könnten. Das sei aber nicht der Fall, wie er betonte. Im Ergebnis handelt es sich seiner Bewertung zufolge um eine gute steuerrechtliche Ausgangssituation, mit der eine Fusion zwar nicht ohne Verluste, aber mit »vertretbaren Risiken« gelingen kann.

Hintergrund für den geplanten Zusammenschluss, den die LAVen bereits vor einem Jahr ankündigten, ist es, dass sich die »strukturellen Aufgaben« der drei Verbände sehr stark ähneln. Daher wollte man Synergien nutzen, um die Arbeit für die Mitglieder künftig effizienter zu gestalten. Außerdem halten die Vorstände Alleingänge einzelner Verbände für nicht mehr zeitgemäß.

Apotheken sind unterfinanziert

Der LAV-Vorsitzende von Sachsen-Anhalt, Mathias Arnold, gab am Donnerstagabend einen ausführlichen Überblick über die derzeitigige politische Gemengelage und begann seine Ausführungen mit. »Im November passiert immer sehr viel Geschichte«. Damit spielte er zum einen auf die US-Wahlen an, die erneut Donald Trump für sich entschied, sowie das gleich am nächsten Tag verkündete Aus der Ampel-Regierung.

Arnold geht für Deutschland von einem »kurzen, heftigen und harten Wahlkampf« aus. Auch hierzulande würden ethische und moralische Grenzen dabei zunehmend überschritten. Für die noch laufenden Projekte der Regierung sieht er keinen erfolgreichen Abschluss mehr. Klar sei, das Apothekenreformgesetz habe nun keine Priorität im Vergleich zu Wirtschafts- und Renten-Problemen sowie dem Ukraine-Konflikt.

Auch wenn die Strukturfragen der Vor-Ort-Apotheken für die Politik nun in den Hintergrund rückten, bleibe die ökonomische Frage bestehen und damit auf der Agenda der ABDA, so Arnold. Seiner Ansicht nach gibt es zwar viele Probleme, aber auch Herausforderungen und Aufgaben für die Offizinen. Unter anderem die vielfältigen Möglichkeiten der pharmazeutischen Dienstleistungen. Am Ende sollten die Pharmazeutinnen und Pharmazeuten mit ihren Vorteilen werben. Dazu gehört Empathie, Nähe und Kompetenz, die letztlich das Vertrauen ausmachen. Und darüber hinaus sollte sich der Berufsstand im Klaren darüber sein, dass er auch eine Unique Selling Proposition (USP) hat: »Der Apotheker ist Universalist in einer Welt von Spezialisten«, so Arnold.

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