| Johanna Hauser |
| 23.09.2026 12:30 Uhr |
Ein Ultraschall des Bauchraums im Rahmen bestehender Vorsorgeuntersuchungen könnte dazu beitragen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. / © Getty Images/ljubaphoto
Seit Verabschiedung des Präventionsgesetzes im Jahr 2015 steht Prävention verstärkt im Fokus der Gesundheitspolitik. Neben Maßnahmen der Primärprävention wie Gewichtsreduktion oder Ernährungsumstellung bietet auch die Sekundärprävention erhebliches Potenzial, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ihre Folgen zu begrenzen. Welche Rolle dabei die Sonografie spielen könnte, erläuterte Dr. Sabine Guth, Ärztliche Leiterin von Sana Praevention in Hamburg, bei einer Pressekonferenz. Anlass war das Dreiländertreffen der deutschsprachigen Ultraschallgesellschaften vom 23. bis 26. September in Mainz.
Laut Statistischem Bundesamt seien Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die häufigste Todesursache in Deutschland, gefolgt von Krebserkrankungen. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählten Übergewicht und die Entwicklung einer Fettleber, so Guth. Ein entsprechendes Screening sei bislang jedoch in keiner Präventionsmaßnahme verankert. Dadurch bleibe die Chance ungenutzt, krankhafte Entwicklungen bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Dabei hätten durchschnittlich 30 Prozent ihrer Patienten eine Fettleber, 25 Prozent atherosklerotische Gefäßveränderungen.
Patienten mit einer Fettleber weisen eine deutlich höhere Morbidität und Mortalität auf als stoffwechselgesunde Menschen. Zudem gilt die Fettleber als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Häufig lägen den Entwicklungen weitere, teils unerkannte Risikofaktoren wie Hypercholesterolämie oder Bluthochdruck zugrunde. Mithilfe des Ultraschalls könnten entsprechende Veränderungen früh sichtbar gemacht und gezielte Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
Aus Sicht von Guth kann die Bildgebung zudem die Akzeptanz präventiver Maßnahmen fördern. Anders als Laborwerte oder abstrakte Risikoscores macht sie potenzielle Gesundheitsrisiken für Patienten unmittelbar sichtbar. Dies könne die Motivation für eine Lebensstiländerung erhöhen. Umgekehrt lasse sich bei Kontrolluntersuchungen auch der Erfolg solcher Maßnahmen direkt nachvollziehen und stelle für Patienten sehr häufig ein Erfolgserlebnis dar.
Darüber hinaus könne die Sonografie einen Beitrag zur frühen Entdeckung von Tumorerkrankungen leisten. Nach Angaben von Guth treffe dies auf etwa 1 Prozent der Patienten von Sana Praevention zu. So lasse sich ein Nierenzellkarzinom unter Umständen bereits in einem Stadium erkennen, in dem eine organerhaltende und kurative Behandlung möglich sei.