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SARS-CoV-2
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Challenge-Studie bekommt grünes Licht

Als Challenge Studien bezeichnet man einen Sonderfall der klinischen Testung, in dessen Verlauf Probanden mit einem Virus gezielt infiziert werden. Dieses keineswegs neue, jedoch umstrittene Studiendesign wird aktuell wieder in England diskutiert.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 19.02.2021  10:01 Uhr

Kein neues Konzept

Über viele Jahrzehnte hinweg wurden bereits Challenge-Studien am Menschen sicher durchgeführt aber immer auch kontrovers diskutiert. Bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Malaria, Typhus, Cholera, Norovirus und Influenza haben sie eine wichtige Rolle gespielt. Sie bildeten vielfach die Basis für das Design und die sichere Durchführung der wichtigen Phase-III-Studien, an denen in der Regel Tausende von Freiwilligen teilnehmen.

In Deutschland gelten humane Challenge-Studien jedoch als nicht akzeptabel. So lehnt auch der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) solche Tests als unethisch ab. Aber nicht nur aufgrund ethischer Aspekte sieht man Challenge-Studien kritisch. Sie zeigen wohl ein einseitiges Bild, da Erkenntnisse, die nur mit jungen, gesunden Menschen gewonnen wurden, möglicherweise nicht auf Ältere und chronisch Kranke übertragbar sind. Aber diese Personengruppen sind durch Covid-19 am stärksten bedroht. Auch entspricht eine künstlich herbeigeführte Ansteckungssituation hinsichtlich Virendosis und Infektionsweg wahrscheinlich nicht den echten Infektionen im Alltag, argumentiert der vfa.

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