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Apothekenreform
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Bundesrat lehnt PTA-Vertretung und Zweigapotheken ab

Am Freitag hat der Bundesrat deutliche Kritik an der geplanten Apothekenreform geübt. Die Länder lehnen in ihrer Stellungnahme unter anderem die Regeln zur PTA-Vertretung und zur Gründung von Zweigapotheken ab. Außerdem sprechen sie sich für einen Grundkostenzuschlag für Apotheken aus. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 30.01.2026  16:18 Uhr
Bundesrat lehnt PTA-Vertretung und Zweigapotheken ab

Nach vielen Diskussionen und teils wütender Kritik nimmt das Apothekenreformgesetz der Bundesregierung allmählich Gestalt an. Am Freitagmittag wurde das umstrittene Gesetz auch im Bundesrat diskutiert. Im Anschluss beschloss die Länderkammer eine ausführliche Stellungnahme. 

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) begrüßte die Reform in seiner Rede grundsätzlich. »Apotheken sind oft die erste Anlaufstelle für die Menschen in Gesundheitsfragen, besonders im ländlichen Raum sind sie ein Teil der Gesundheitsinfrastruktur. Wer Apotheken reformiert, reformiert nicht nur eine Verkaufsstelle für Arzneimittel, sondern die Gesundheitsversorgung vor Ort. Und die gilt es, zukunftssicher aufzustellen«, so der Minister. 

Philippi beschrieb die zahlreichen Apothekenschließungen der vergangenen Jahre als wesentliches Problem. »Die Ursachen für das Apothekensterben liegen in den stetig steigenden Betriebskosten, dem Fachkräftemangel und an einem seit Jahrzehnten faktisch eingefrorenen Fixum. Die Reform muss die Apotheken wirtschaftlich und strukturell stärken«, so der Sozialdemokrat. Die Apothekenreform enthalte wichtige Ansätze, greife aber an vielen Stellen zu kurz oder gehe in eine gänzlich falsche Richtung. 

»Wer glaubt, dass die Probleme der Apothekerinnen und Apotheker durch eine vermehrte Gründung von Zweigapotheken oder die Etablierung einer Vertretungsbefugnis für PTA zu lösen sind, befindet sich auf einem gefährlichen Irrweg, der die seit vielen Jahren etablierten und bewährten Strukturen der inhabergeführten Vor-Ort-Apotheken möglicherweise irreparabel beschädigt«, so die Einschätzung von Andreas Philippi. Das Fixhonorar müsse schnell erhöht werden, die geplante Dynamisierung über eine Verhandlungslösung dürfte für viele Apotheken zu spät kommen. 

Kritik an PTA-Vertretung und Zweigapotheken 

Die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) begrüßt viele Teile der Reform, die insgesamt in die richtige Richtung gehe. »Wir begrüßen besonders die Stärkung der heilberuflichen Rolle der Apotheken, die Ausweitung von Aufgaben im Medikationsmanagement, beim Impfen und in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes ist ein Gewinn für die Versorgung. Die hohe Kompetenz unserer Apothekerinnen und Apotheker wird hier genutzt«, so die Ministerin. 

Doch ihre Landesregierung sehe mehrere Reformaspekte kritisch. »Die Reform untergräbt das fundamentale Prinzip der persönlichen und eigenverantwortlichen Leitung der Apotheke. Gleichzeitig geht die Reform nicht weit genug, um die strukturellen Probleme im Apothekenwesen anzugehen«, so Stolz. Ihre Landesregierung lehne die geplante PTA-Vertretungsregelung ab und fordere eine schnelle Erhöhung des Apothekenfixums auf 9,50 Euro. 

Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) störte sich vor allem an den geplanten Regeln zur Eröffnung von Zweigapotheken und warnte vor einer Aufweichung des Mehrbesitzverbotes. »Internationale Erfahrungen zeigen eindrücklich, wohin solche Entwicklungen führen. In Ländern mit liberalen Apothekenmärkten wie den USA ist es in den vergangenen Jahren zu großflächigen Schließungen ganzer Apothekenketten gekommen. Zuletzt hat Rite Aid, eine der größten Apothekenketten der USA, den Markt verlassen, weil wirtschaftliche Erwägungen Vorrang vor den Versorgungsaspekten hatten«, warnte die Ministerin. 

Ihre Landesregierung fordere daher, dass Apotheker auch künftig nur vier Betriebsstätten besitzen dürfen, von denen höchstens eine als Zweigapotheke geführt wird. »Damit ermöglichen wir flexible Lösungen in begründeten Versorgungslagen, verhindern aber zugleich eine schleichende Aushöhlung des Mehrbesitzverbotes«, erklärte Katharina Schenk

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