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Berliner Pharmagespräch
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Bürokratie bremst Innovationen 

Beim »Berliner Pharmagespräch 2026« wurde über das Potenzial und die Probleme der Berliner Pharmaunternehmen gesprochen. Dabei wurde mehrfach Kritik an der örtlichen Bürokratie laut. Doch Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) betonte auch die Rolle Berlins als Start-up-Hauptstadt. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 23.01.2026  10:00 Uhr
Alle 14 Stunden ein neues Start-up 

Alle 14 Stunden ein neues Start-up 

Im Laufe der Veranstaltung berichteten mehrere Vertreter der Pharmabranche von ähnlichen schlechten Erfahrungen. Franziska Giffey ärgerte sich über diese einseitige Sichtweise: »Alle finden Regulierung doof, wenn sie davon betroffen sind. Und alle sagen, dass Bürokratieabbau und vertrauensbildende Maßnahmen irgendwie gut sind. Doch wir müssen am Konkreten arbeiten«. Die Sozialdemokratin verwies auf die AMBER (Additive Manufacturing Berlin-Brandenburg) Initative und zahlreiche andere Aktionen, mit denen die Hauptstadt innovative Unternehmen unterstütze. 

Berlin sei auch aufgrund der umfangreichen Förderung durch die Landesregierung der attraktivste Start-up-Standort in Deutschland. »Wenn Sie morgen früh aufwachen, wurde in Berlin schon wieder ein neues Start-up gegründet. Wir hatten im letzten Jahr über 600 Neugründungen im Start-up Bereich, alle 14 Stunden ein neues Unternehmen. Und die arbeiten vor allem in den Bereichen IT-Tech, Fin-Tech und Health-Tech. Das sind die großen Wachstumsbereiche. Deswegen lasst uns gemeinsam überlegen, was wir konkret verbessern können«, sagte Giffey. 

»Pharma-Bär« für Heyl

Das Pharmagesprächs endete mit der Verleihung des ersten »Berliner Pharma-Bärens«. Die Auszeichnung ging an die »Heyl Chemisch-pharmazeutische Fabrik« und wurde von Eduard Heyl und seinem Sohn Alexander entgegengenommen. Das Berliner Familienunternehmen ist auf hochspezialisierte, lebensrettende Arzneimittel für seltene Erkrankungen und Notfallsituationen spezialisiert. 

Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost, erklärte in ihrer Laudatio: »Heute ehren wir nicht nur eine außergewöhnliche Unternehmensgeschichte. Wir ehren vor allem eine Haltung: Verantwortung für Patientinnen und Patienten. Verantwortung für unsere Branche. Und Verantwortung für den Standort Berlin.« Das Engagement des Unternehmens habe sich unter anderem 2011 gezeigt. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima seien Eduard und Alexander Heyl nach Japan geflogen und hätten den Arbeitern das Medikament »Preußisch Blau« zur Verfügung gestellt, das radioaktive Stoffe im Körper bindet. 

Eduard Heyl freute sich sehr über die Auszeichnung und dankte den Anwesenden: »Wir wollen Berlin treu bleiben. Ich liebe den Bären und ganz besonders den Pharma-Bären. Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche Zukunft in der Pharma- und Chemieindustrie und hoffentlich weiter eine gute Zusammenarbeit, die ich einfach toll finde.«

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